Die IHM, die am 1. März ihre Pforten schloss, ist mit durchschnittlich 130 000 Besuchern (darunter rund 30 000 Fachbesucher) und über 1000 ausstellenden Unternehmen aus 32 Ländern immer noch die Leitmesse des Handwerks. "Die Überlegung im Hintergrund war, ob sich im nächsten Jahr ein gemeinsamer Messestand als Schaufenster der Region Neckaralb lohnen könnte", erläutert Alfred Bouß, der für die Handwerkskammer die Delegation in München begrüßte. Und Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert begrüßte darüber hinaus, dass die Standortagentur jetzt zum ersten Mal einen Schwerpunkt auf die Wirtschaftsförderung des regionalen Handwerks gelegt habe.

Das im Unterschied zu früheren Jahren deutlich veränderte Konzept der Messe stieß bei den beteiligten Unternehmern nicht nur auf Zustimmung. Zwar können sich die Zahlen immer noch sehen lassen: Auf einer durchschnittlichen Brutto-Messefläche von 70 000 Quadratmetern präsentieren Aussteller einen umfassenden Leistungsquerschnitt quer durch alle Bereiche des Handwerks. Insgesamt sind auf der Internationalen Handwerksmesse rund 60 Gewerke vertreten.

Allerdings hat sich die Messe immer mehr zu einer Verbrauchermesse für den Großraum München entwickelt, bei der auch Betriebe aus weiter entfernten Regionen gute Geschäfte machen. So berichtete Ofenbauer Thomas Widmer aus Ostrach, der den Handwerkskammerbezirk im "Land des Handwerks" vertrat, von konkreten Kundenkontakten. Interessant ist ein anderer Aspekt: Die Messe wird ergänzt durch Sonderschauen wie "Land des Handwerks" (Vorzeigebetriebe aus ganz Deutschland) und der vom Wirtschaftsministerium geförderten Schau "Innovation gewinnt". Mehrere Handwerksbetriebe aus der Region - wie Paravan, Beton-Bohr oder Futura Yacht Systems - wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Messechef Dieter Dohr wies in einem Gespräch mit den Unternehmern ausdrücklich auf den Marketingaspekt der Sonderschauen hin. Selbst ohne einen Preis zu gewinnen, sei es Betrieben immer wieder gelungen, überregionale Aufmerksamkeit in Zeitungen und Fernsehen zu erregen (zuletzt die Firma "Albmesser" von Janosch Vecernjes). Hinzu komme, führte Dohr weiter aus, dass die Messe alleine durch die Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft sowie die Teilnahme weiterer Bundes- und Landesminister sowie bayerischer Prominenz für überregionale Präsenz in den Medien sorge.

Aber auch für das Vermitteln praxisrelevanten Wissens für den Einsatz digitaler Technologien - von Drohnen über 3D-Drucker bis hin zur Lasertechnik oder vernetzter Gebäudetechnik - biete aber die Messe konkrete Erfahrungsberichte und Ansprechpartner bieten können. Unter dem Stichwort "Handwerk 4.0" habe die Internationale Handwerksmesse zeigen können, so Dohr weiter, wie Kunden von der Digitalisierung profitieren können.