Albverein Kuriose Opferstockfiguren bestaunt

Eningen / swp 17.01.2018

Die erste Wanderung der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins Eningen führte unter Leitung von Bernadette Rieger nach Rottenburg. Trotz des nebligen Wetters trafen sich 19 interessierte Teilnehmer, um in Fahrgemeinschaften die Bischofsstadt zu erreichen. Die Wanderführerin wies vor der Abfahrt auf die Besonderheiten der Strecke wie die Wurmlinger Kapelle und die Kirche auf dem Sülchenfriedhof hin.

Moderne Innenausstattung

Zu Fuß führte der Weg vorbei am Römer-Museum zum Dom, über dessen moderne Innenausstattung jeder staunte. Dort wurde eine moderne Krippe mit dem Hintergrund der Rottenburger Stadtsilhouette bewundert.

In der Zehntscheuer hatte der Sülchgauer Altertumsverein eine große Krippenausstellung präsentiert. Die Führung übernahm Werner Wiedmaier. Die älteste Krippe mit vielen Figuren, meist aus Wachs und mit kunstvoll verzierten Gewändern versehen, ist 250 Jahre alt.

Der Verein bekommt immer wieder Schenkungen von Krippen, die heimatgeschichtlich und kulturhistorisch sehr bedeutsam sind.

Rottenburg war seit der Barockzeit eines der wichtigsten Krippenzentren des Landes. Vor allem reiche Bürgersfamilien leisteten sich solche Kunstwerke. Auch in Gaststätten waren sie über Weihnachten bis in den Januar hinein zu finden.

Hohe Gefängnismauern

Nach ausgiebiger Besichtigung führte der Weg entlang des Neckars auf der Seite des Stadtteils Ehingen und dann steil hinauf Richtung Landesgefängnis. Vorbei an dem Kalkweiler Tor und den hohen Gefängnismauern ging es zur Wallfahrtskirche im Weggental, offiziell zur „Krippe der Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Mutter Gottes im Weggental“. Zahlreich waren die Besucher. Vor allem junge Familien mit Kindern hatten ihre Freude an der Krippe aus dem 18. Jahrhundert.

Die heiligen drei Könige mit ihrem Gefolge waren seit dem 6. Januar aufgebaut. Sie wurden mit ihren Kamelen, Elefanten und den dunkelhäutigen Begleitern bestaunt. Die heilige Familie und die Engel bildeten den Mittelpunkt der Krippe.

Der Mohr und der Hirte

Eine Kuriosität bilden die beiden Opferstockfiguren, nämlich der Mohr und der Hirte, die beim Einwerfen einer Münze, mit dem Kopf dankbar nicken – was sie aber kaum taten, vielleicht waren sie schon müde. Die Wegentalkrippe mit ihren aufwendigen Gewändern wurde im 19. Jahrhundert von der Waldhornwirtin  Kreszentia Fischer gestiftet.

Der Rückweg nach Rottenburg führte entlang an Gärten und Weinbergen. Quer durch die schöne Altstadt gehend, erreichten die „Krippenwanderer“ das Gasthaus Hirsch, wo sie bei einem Vesper die Eindrücke besprachen.

Während des Rundgangs waren immer wieder Tafeln des Rottenburger Mundartpoeten Sebastian Blau alias Dr. Josef Eberle mit Gedichten zu lesen, dem das Weggental mit seinem berühmten Gedicht „s’Weggetaler Kripple‘“ auch seine große Bekanntheit verdankt.

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