Regionale Kultur an ungewöhnlichen Locations erleben und versteckte Orte neu entdecken: Dazu eignet sich die Reutlinger Kulturnacht bestens. Das vielfältige Programm mit gut 50 Veranstaltungen an verschiedenen Schauplätzen lockte am Samstag tausende Besucher in die Innenstadt und zum neuen Hotspot Paketpost. Vor allem in der Kernstadt und in den Außenbereichen war der Andrang - vermutlich auch wegen des tollen spätsommerlichen Wetters – groß.

Dieses Jahr wusste neben vielen anderen Locations der Lucas-Keller in der Pomologie, die kleinste Disco der Welt beim Kesselturm und natürlich der neue Hotspot Paketpost mit seinen zum Teil spektakulären Lichtinszenierungen und dem vielfältigen Kunst- und Livemusik-Angebot zu beeindrucken. Der fabrikähnliche Veranstaltungsort zwischen franz.K und Kunstmuseum hat zweifellos Potenzial als feste Kultureinrichtung, war von zahlreichen Besuchern zu hören und eigne sich bestens als zukünftiges Kreativzentrum. Zudem bot die Location an diesem Abend einen einzigartigen Querschnitt durch die lokale und regionale Musik- und Kunstszene, denn viele Künstler und Bands bekamen hier eine Plattform geboten, sich einem größeren Publikum zu präsentieren.

Highlights bis Mitternacht

Natürlich konnte man von den vielen Angeboten, aufgeteilt auf vier Routen, nur einen kleinen Teil wahrnehmen. Doch wer sich im Vorfeld die Mühe machte und das Programmheft ein wenig studierte, hatte keine Probleme, bis weit nach Mitternacht ein Kultur-Highlight nach dem anderen zu erleben. Und nicht zuletzt hatten die Besucher und Veranstalter dieses Mal großes Glück mit dem Wetter. Nachdem es morgens noch recht kühl war, strahlte die Sonne bei der Eröffnung um 18 Uhr von einem wolkenlosen Himmel.

Auch die Temperaturen waren bis spät in die Nacht angenehm, was den Außenveranstaltungen am Marktplatz, vor der Stadthalle, in der Pomologie und am Oskar-Kalbfell-Platz einen regen Besucherstrom bescherte. Die meisten Indoor-Events, für die man einen Kulturnachtbändel benötigte, erfreuten sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Der Kulturbummel startete bei der ehemaligen Paketpost zwischen franz.K und Kunstgebäude Wandel-Halle. In dem neuen Veranstaltungsort wurden im Erdgeschoss zwei Bühnen von regionalen Bands bespielt. Für die passende Bandauswahl sorgten wieder die „Represent“-Macher Florian Failenschmid und Axel Albrecht mit Bands wie dem Joachim Scheu/Klaus Zickler Jazz-Quartett und Safnama auf der Lounge-Bühne sowie den Jaywalkers, The County Boys, Naked Hazelbeard, Shove It, Stagediving Elephants, Stragula und The Hace auf der größeren Represent-Bühne. Auch im Außenbereich war mit den bunten Fassadenprojektionen von leucht-werk sowie einem Food Market einiges geboten. Außerdem standen im Zwischengeschoss und ersten Stock rund 20 Räume für lokale Künstler, Kleinkunst und Performances zur Verfügung.

Brennpunkt Stadthalle

Ein weiterer Brennpunkt neben Paketpost, Tonne-Neubau, franz.K mit Jan Henning‘s Acoustic Soul Food und der erstmals einbezogenen Pomologie, in der ein „magischer Lichtgarten“ installiert wurde, war die Stadthalle mit seiner großen Tanznacht. Das Event fand den ganzen Abend über im großen Saal, auf kleineren Bühnen im Foyer und im Außenbereich statt und natürlich konnten Besucher auch selbst aktiv werden. Im Matthäus-Alber-Haus traten verschiedene Kleinkünstler auf, im Achalmbad zeigten Synchronschwimmerinnen ihre Kunst samt Lichtspielen und im Garten des Heimatmuseums gab es einen Konzert-Mix aus Gesang, Gitarre und Poetry-Performance sowie eine spannende Taschenlampenführung.

Danach ging es zum „Bigband meets History“-Konzert mit dem Bosch Swing und Dance Orchestra in den brechend vollen Spitalhof-Saal, zu Chrysi Taoussanis‘ Präsentation ihres Solostücks „Oh Neurosen aus Athen“ und in die Volksbank-Filiale am Marktplatz, wo die drei ausdrucksstarken Sängerinnen von The Melikas längst totgespielten Popsongs neues Leben einhauchten. Weitere Attraktionen waren die Krimi-Lesungen im Amtsgericht, der Funk- und Soul-Auftritt des Groove Projekts im Haus der Volkshochschule und die Flamenco-Performance der Tanzgruppe Sal Marina vom Spanischen Kulturverein Tübingen-Reutlingen. Dicht an dicht saßen die Menschen auch in der Kundenhalle der Kreissparkasse am Marktplatz, wo die Harlekin Theatersportler mit ihrer Improshow zum Thema Film für Begeisterungsstürme sorgten.

Bunter Farbenrausch

Fazit: Die Reutlinger Kulturnacht lebte auch dieses Jahr von ihrem großen kulturellen Angebot, vom bunten Farbenrausch der angestrahlten Häuserfassaden und von der großen Vielfalt aus Musik, Tanz, Unterhaltung und Überraschungen.

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Veranstaltungen über die gesamte Stadt verteilt waren am Samstagabend bei der Reutlinger Kulturnacht geboten. Erstmals gab es auch Programm in der alten Paketpost.