Reutlingen Kulturarbeit braucht Unterstützung

Monika Hunze, Paul Siemt, Andreas Hoffmann und Volker Schubert (von links), wollen das Theater-Pädagogik-Zentrum auf eine neue Basis stellen. 
Monika Hunze, Paul Siemt, Andreas Hoffmann und Volker Schubert (von links), wollen das Theater-Pädagogik-Zentrum auf eine neue Basis stellen.  © Foto: Jürgen Spieß
Reutlingen / Von Jürgen Spieß 18.08.2018

Der momentane Zustand ist für unsere Institution nicht mehr tragbar“: Das Theater-Pädagogik-Zentrum mit Hauptsitz in der Heppstraße 99/1 hofft für die Zukunft auf eine öffentliche Regelfinanzierung, um ihre Kulturarbeit in der jetzigen Form weiterzuführen. Gleichzeitig stellt sich die Einrichtung für Kunst und kulturelle Bildung neu auf, angefangen bei der Namensgebung – aus „LAG“ wird „TPZ“ – über ein neues Logo und die übersichtlich gestaltete Homepage bis zu neuen Formaten und Schwerpunkten in den Fortbildungsangeboten.

Ihre Erfolgsbilanz kann sich wahrlich sehen lassen: Seit 1986 offeriert das Theater-PädagogikZentrum (TPZ) Fortbildungen und Theaterprojekte und bietet ein Forum für offene Kursangebote und Veranstaltungsreihen, Schultheaterfestivals sowie Ferienprojekte und freie Theatergruppen. Geschäftsführerin Monika Hunze und ihre Mitstreiterinnen verstehen sich als Anwältinnen einer Gemeinschaft, die das Ziel verfolgt, die Qualität des Schultheaters zu verbessern. So entwickelte sich die vor mehr als 30 Jahren auf Initiative von Otto Seitz als Fortbildungsangebot für Lehrer gegründete Einrichtung zu einem landesweiten Institut für die Vermittlung von theaterpädagogischen Kompetenzen und der möglichen Ausbildung zum Theaterpädagogen. Doch aufgrund des gestiegenen Angebots im Kurs-, Fortbildungs- und Veranstaltungsbereich kommt das Zentrum zunehmend an seine finanziellen Grenzen.

Nach wie vor fehlt es an institutioneller Unterstützung, mit der die beiden Teilzeitstellen von Monika Hunze und Mitarbeiterin Sabine Cassel sowie die von der Stadt Reutlingen teilfinanzierte Miete langfristig gesichert werden: „Bisher konnten wir uns über unsere Überschüsse aus den Kursbeiträgen finanzieren“, führte der stellvertretende Vereinsvorstand Andreas Hoffmann aus. „Da die Überschüsse über die Jahre aber immer geringer geworden sind, kann die Kulturarbeit ohne öffentliche Unterstützung nicht wie bisher fortgeführt werden“. Die Institution hat deshalb einen Antrag auf Regelfinanzierung – jeweils 25 000 Euro für 2019 und 2020 – bei der Stadt gestellt: Es gehe darum, „die Kulturarbeit auf sichere Beine zu stellen“, sagte Andreas Hoffmann. Das Theater-Pädagogik-Zentrum Reutlingen hat derzeit knapp 300 Mitglieder und begreift sich als weitere Säule in der städtischen Kunst-, Kultur- und Bildungslandschaft. Deshalb soll die Zusammenarbeit mit der Stadt noch intensiviert und das Zentrum weiter belebt werden. Neben der namentlichen wird es zukünftig auch eine inhaltliche Erneuerung geben: Geplant ist, die theaterpädagogische Arbeit zu intensivieren, eine Inklusionsgruppe zu installieren und theatertherapeutische Angebote zu integrieren. Zudem soll das 2017 erstmals ausgetragene Performance-Festival weiterentwickelt und neue Schwerpunkte wie Seniorentheater und Performance-Kurse angeboten werden. Eine neu gestaltete Homepage und ein dem neuen Namen angepasstes Logo sollen ebenfalls das Profil der Einrichtung schärfen. Nicht zuletzt wird auch das Schultheater- und Jugendtheaterfestival „Gewaltige Spiele“ (7. bis 13. Juli 2019) in anderer Form ausgerichtet: Die unter dem Motto „Echt Jetzt!“ erarbeiteten Theater-Präsentationen werden erstmals in Event-Parcours im öffentlichen Raum verlegt und jeweils an drei Tagen in Reutlingen und Tübingen gezeigt. Dabei „geht es um das Hineinbegeben, das Ausdrücken sowie das Erkunden von Verborgenem und Sichtbaren.“

Fest und Tag der offenen Tür im November

Die Namensänderung und die Neuigkeiten werden vom 23. bis 25. November im Rahmen eines Wochenendes der offenen Türen mit einem großen Fest im Theater-Pädagogik-Zentrum gefeiert. js

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