Reutlingen Künstlich angelegt und natürlich gewachsen

Tiefbauamts-Vize Katrin Korth und der stellvertretende Fachgebietsleiter Grünflächen, Matthias Scheider, am Monte Kiki.
Tiefbauamts-Vize Katrin Korth und der stellvertretende Fachgebietsleiter Grünflächen, Matthias Scheider, am Monte Kiki. © Foto: Dietmar Czapalla
DIETMAR CZAPALLA 03.06.2015
Zu jeder Jahreszeit ist er der mit Abstand frequentierteste und beliebteste Park der Stadt, der Sport- und Freizeitpark Markwasen. Die Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren wurden jetzt vorgestellt.

Als Anfang der 70er Jahre hinter dem Markwasen-Freibad der erste Teich ausgebaggert wurde, konnte noch niemand ahnen, zu welch beeindruckender Erfolgsgeschichte sich das 44 Hektar große Markwasen-Gelände in den folgenden rund 45 Jahren entwickeln sollte.

Unter der Regie des damaligen Leiters des Garten- und Friedhofsamtes, Peter Kik, folgten schon bald weitere kleinere und auch größere Seen, die spontan von zahlreichen Fröschen und Erdkröten angenommen wurden. Nachdem der knapp 20 Meter hohe "Monte Kiki" mit aus dem Stadtgebiet stammendem Erdaushub aufgeschüttet und begrünt war, folgte Ende der 70er Jahre die um den "Berg" herum verlaufende - später noch um 900 Meter ergänzte - exakt 1,895 Kilometer lange Rindenmulchbahn. Der damalige FWV-Stadtrat Dr. Paul Irion war deren Initiator. Damit war der Startschuss für den Sport- und Freizeitpark Markwasen endgültig erfolgt. Längst hat er sich zum mit Abstand beliebtesten und meist frequentiertesten Park der Stadt entwickelt. Dank seiner hohen Aufenthaltsqualität vor Pomologie, Volkspark und Stadtgarten - von der durch die Stadt als Bürgerpark getauften Fläche an der Stadthalle ganz zu schweigen.

Nachdem die Pflege des Parks seitens der Stadt viele Jahre lang gegen Null tendiert hatte, waren es insbesondere die immer mehr verlandenden Seen mit ihrer zunehmend schlechten Wasserqualität, welche die Amphibienfreunde auf die Palme brachte.

Für die Ortsgruppen des BUND und des Nabu der hauptsächliche Grund dafür, dass hier die durch die Stadt zu erhaltende Erdkrötenpopulation massiv zurückgegangen ist. Von einst rund 5000 Tieren auf mittlerweile nur noch "200 bis 300 Exemplare", so der BUND.

Seit nunmehr drei Jahren, insbesondere im Herbst des vergangenen und Frühjahr dieses Jahres, hat man sich seitens der Stadt in Person von Katrin Korth, Vize-Chefin des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt, daran gemacht, längst fällige Sanierungsarbeiten auf den Weg zu bringen. "Der Sport- und Freizeitpark Markwasen präsentiert sich in neuem Glanz", vermeldete die Pressestelle der Stadt und lud die Medienvertreter zu "einem kleinen Rundgang entlang aller umgesetzten Sanierungsarbeiten" ein.

Insgesamt zirka 150 000 Euro hatte die Stadt in den letzten drei Jahren in die Hand genommen, um den weiträumigen Park ökologisch, gestalterisch und funktional zu verbessern und den Pflegeaufwand mittelfristig zu verringern.

Am Dienstag machte man sich gemeinsam mit Katrin Korth, ihren Mitarbeitern Helmut Reicherter und Matthias Scheider sowie Cordula Eve Walleit von der Pressestelle auf "Entdeckungsreise". Nach der Erläuterung eines Ziel- und Maßnahmenplans aus dem Jahr 1987, erstellt vom damaligen Garten- und Friedhofamt der Stadt, ging es vom Naturtheater-Parkplatz aus mittels zweier Autos hinein in den sich auch zu dieser Jahreszeit prächtig präsentierenden Park.

Während der gemächlichen Fahrt und vor allem den diversen Stopps wurden die erfolgten Maßnahmen den Medienvertretern detailliert vor Augen geführt. So wie die etwa 2800 Meter lange, nahezu komplett sanierte Rindenschrotbahn, die überarbeiteten Schotterparkplätze am Stadion, der ebenfalls sanierte Fußweg entlang der Schlattwiesenstraße in Richtung Forsthof, der Schotterparkplatz an der Schlattwiesenstraße, der Fußweg entlang der Rudolf-Harbig-Straße und der Graben plus Ablauf beim Wanderparkplatz.

Ganz in der Nähe konnte man die eindrucksvoll wiederbelebte "Seen-Landschaft" mit ihrem schon jetzt erstaunlichen Artenreichtum erleben. Und am Schlattwiesensee die dortigen Sitzbänke und die Einrichtung der "Schwaneninsel", mehrere neu angelegte, kleinere Teiche im Gelände sowie die versuchsweise Anlegung ehemaliger Rasenwege. Auch konnta man den ebenfalls per Auto erklommenen Monte Kiki mit seinem vom Gestrüpp befreiten Südhang in Augenschein nehmen.

Die zunehmend verlandenden, rund 45 Jahre alten Teiche, sind laut Katrin Korth "im Rahmen der Unterhaltung des Parks nicht zu packen, da müssen wir uns noch Grundsätzliches überlegen". Und weiter sagte sie: "Der Sport- und Freizeitpark Markwasen ist ein unglaublich schöner, naturnaher Erholungsraum. Man merkt gar nicht, dass der einst künstlich angelegte Park natürlich gewachsen ist."