Reutlingen/Tübingen Kräftige Einsparpotenziale

Mit der Kooperation von Naldo und "teilAuto" lässt sich richtig Geld sparen, sagen (von links) Dieter Pfeffer, Uta Kurz und Mark Hogenmüller. Foto: Norbert Leister
Mit der Kooperation von Naldo und "teilAuto" lässt sich richtig Geld sparen, sagen (von links) Dieter Pfeffer, Uta Kurz und Mark Hogenmüller. Foto: Norbert Leister
NORBERT LEISTER 27.03.2012
Wer vor allem mit Bus und Bahn unterwegs ist, kann künftig auch günstig die Auto-Teil-Initiative nutzen, betonten Dieter Pfeffer, Uta Kurz und Mark Hogenmüller gestern beim Pressegespräch.

"Der größte Teil der zurückgelegten Strecken der meisten Autofahrer ist sehr kurz", sagt Mark Hogenmüller als Geschäftsführer der Reutlinger Stadtverkehrsbetriebe (RSV). Um durchschnittlich nicht mehr als fünf Kilometer am Tag zurückzulegen, "braucht man nicht unbedingt ein eigenes Auto". Ein Trend sei dabei jetzt schon vor allem unter jüngeren Menschen erkennbar: Die Nutzer würden nicht mehr wie früher nur ein Fortbewegungsmittel nutzen, wie etwa das Fahrrad, Auto oder sich einzig und allein mit Bus und Bahn fahren. Die Mischung mache es oftmals aus. Und das werde sich bei steigenden Benzinpreisen verstärken.

Der Verkehrsverbund Naldo und "teilAuto" setzen seit 1. Januar auf Kooperation, denn: "Wer hauptsächlich mit Bussen und Bahn unterwegs ist, stößt manchmal dann doch an seine Grenzen", so Uta Kurz. Der Großeinkauf im Supermarkt, sperrige Materialien aus dem Baumarkt besorgen oder Freunde besuchen in einer Region, die mit dem ÖPNV nicht oder nur schlecht erreichbar ist - "wir haben für alle Situationen mit unserem Car-Sharing-Konzept die richtige Lösung", betont die Geschäftsführerin von "teilAuto". Egal, ob Familien- oder Kleinauto, Neunsitzer oder auch ein Wagen zum Transport von Sperrigem - "teilAuto" biete jeweils das Gesuchte.

Gerade die Kombination von ÖPNV und "teilAuto" sei reizvoll, betont Dieter Pfeffer. Denn: Die Botschaft, die im RSV-Gebäude ausgegeben wurde, war eindeutig: Wer künftig als Abo-Kunde von Naldo auch das Car-Sharing-Angebot mit in sein persönliches Mobilitätskonzept einbezieht, erhalte enorme Vergünstigungen.

So müssen Naldo-Abo-Kunden, wenn sie bei "teilAuto" einsteigen wollen, nur die Hälfte der Kaution und die Hälfte der monatlichen Grundgebühr bezahlen. Die übliche Aufnahmegebühr bei der Auto-Teil-Initiative entfalle als Naldo-Dauerkunde ganz. Auf einen Schlag spare der Neu-"teilAuto"-Nutzer mehr als 250 Euro. Seit Anfang Januar kamen nach den Worten von Uta Kurz 51 Naldo-Abo-Kunden "in den Genuss des teilAuto-Rabatts, davon sind 13 Personen Neukunden - auch bei uns", so die Geschäftsführerin. Auf der anderen Seite haben nach den Worten von Dieter Pfeffer 19 "teilAuto"-Kunden auf die Vergünstigungen des Naldo-Job-Tickets umgestellt.

Positiv zu bewerten sei der Verzicht auf das eigene Auto aber nicht nur aus ökologischen Gründen wie etwa der CO2-Vermeidung, sondern auch weil Flächen vor allem in den Städten eingespart werden: Laut Uta Kurz hätte ungefähr jeder Dritte von 25 "teilAuto"-Nutzern ohne dieses Angebot einen eigenen Wagen. Die Parkstreifen in den Städten wären dann also noch voller als jetzt schon. Und nicht zu vergessen: Mit Naldo-Ticket und "teilAuto"-Nutzung spare man beim Verzicht auf das eigene Auto pro Jahr bis zu 3600 Euro, betont Kurz.