Kommentar: Tra(u)mbahn

PETER U. BUSSMANN 16.10.2014

Jetzt zugreifen, fordert Tübingens Grünen-OB Boris Palmer euphorisch via facebook die Kreistage nach dem Gespräch mit dem grün-roten Ministerduo in Stuttgart auf, "sonst ist der Zug abgefahren". Wer die "historische Chance", die das Land ("hat sich so weit bewegt wie nur möglich") der Region biete, nicht nutze, sei selbst schuld, wenn "wir der Großraum im Land mit der dauerhaft schlechtesten Schieneninfrastruktur" bleiben. Doch sind die Angebote, die Nils Schmid und Winfried Hermann den kommunalen Trägern in Aussicht stellen, tragfähig und seriös? Oder setzt das Land nur politisch subtil die Kreise und Städte in Zugzwang? Wer ein solch verlockendes Angebot, notfalls sogar ein millionenschweres landeseigenes ÖPNV-Finanzierungsprogramm auf die Beine stellen zu wollen, ausschlägt, muss doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Oder ein Realist mit spitzem Bleistift sein. Wie die GVFG-Nachfolge aussieht, weiß momentan nur der Prophet. Wie das Land ein ÖPNV-Programm finanzieren soll ebenfalls. Dass der nächste Planungsschritt die Kreise Reutlingen und Tübingen aber 6,4 Millionen Euro kostet, weiß jeder Kommunalpolitiker.