PETER ANDEL  Uhr

Unumstritten lobenswert sei es, dass die Stadt Reutlingen endlich auch die Radfahrer in den Fokus rückt, hat Karin Hudjetz vom "Fahrradkurier" in der Oberen Wässere an Baubürgermeisterin Ulrike Hotz - und an die Presse - gemailt. Aber habe sich die Dezernentin schon mal Gedanken darüber gemacht, statt externer Berater aus Darmstadt die professionellen Radler Reutlingens zum Thema Verkehrsentwicklungsplan zu befragen? Schließlich kennen die alle die Schwach- und Gefahrenstellen aus der täglichen Praxis. Da hat sie wohl recht. Jedenfalls, sagt Karin Hudjetz, kosten die heimischen Radler "(fast) nichts", die externen Experten viel. Unter Profi-Radlern versteht sie nicht nur Kuriere, sondern auch Zusteller und Leute, die täglich zur Arbeit mit dem Velo fahren. Es wäre schade, meint Hudjetz, wenn das wenige zur Verfügung stehende Geld nur für "in der Theorie relevanten Strecken oder Nebenschauplätze wie Unterführung Tübinger-/Konrad-Adenauer-Straße oder Fußgängersteg über die Lindachstraße ausgegeben wird". Für die Praktikerin ist es "sowieso nicht vorstellbar, dass ein Kilometer neuer Radweg 100 000 Euro kosten soll". In der Tat eine erkleckliche Summe.