Kommentar: Mäuse melken und wählen gehen

EVELYN RUPPRECHT 18.10.2014

Um es gleich vorwegzunehmen: Dies ist ein Wahl-Aufruf. Auch wenn sich die folgenden Zeilen vielleicht nicht immer so lesen. Auch wenn man sie, mit viel bösem Willen, anders interpretieren kann. Und noch ein Vorwort: Im ersten Teil dieses Kommentars zur Pfullinger Bürgermeisterwahl werden viele Ausrufungszeichen gesetzt. Im zweiten werden es vorwiegend Fragezeichen sein. Also beginnen wir.

Wählen ist ein Grundrecht! Wählen ist die Basis der Demokratie! Wer nicht wählen war, darf nachher nicht meckern! In anderen Ländern riskieren Menschen ihr Leben, um ihre Stimme abzugeben! Stimmt! Stimmt! Und stimmt nochmal!

Was aber, wenn ich nicht weiß, wo ich mein Kreuz machen soll? Wenn alles überlegen nichts hilft? Wenn ich mich informiert habe, wenn ich versucht habe, mir eine Meinung zu bilden - und wenn all das mich nicht weiter gebracht hat? Wir reden hier nicht von den Faulen, von den Null-Böcklern, von den Ignoranten. Sondern von Menschen, die sich gern entscheiden würden, es aber nicht können zwischen Michael Schrenk, Sabine Lauffer und Dr. Horst Raichle. Menschen, die auf der Suche sind nach einem geeigneten Nachfolger für Rudolf Heß. Menschen, die große Namen auf dem Stimmzettel vermissen, Kandidaten eben, die sie vom Hocker reißen. Für sie gibts nur einen Trost: Sie haben die Freiheit, nicht wählen zu gehen. Auch das zeichnet Demokratie aus.

Schrenk oder Lauffer: Darauf wird es wohl hinauslaufen. Beide sind kompetent, beide wählbar. Beide haben sich im Wahlkampf Respekt erarbeitet. Egal, wer gewinnt: Er oder sie hat Unterstützung verdient. Deshalb überlegts Euch nochmal, liebe Pfullinger. Auch wenn es zum Mäuse melken ist. Ja: Auch wenn es ein Kreuz ist mit dem Kreuz.