Reutlingen Knabenchor singt in Südamerika

Solist Jan Jerlitschka fährt auch mit nach Argentinien.
Solist Jan Jerlitschka fährt auch mit nach Argentinien. © Foto: capella vocalis
Reutlingen / VALERIE EBERLE 12.05.2016
Neun Tage, acht Konzerte und 40 Sänger am anderen Ende der Welt. Der Knabenchor capella vocalis macht eine Konzertreise nach Argentinien.

Nordamerika, Alaska, Japan und Europa: Sie waren fast schon überall, die Knaben vom capella vocalis. Jetzt geht es nach Argentinien. Von Dienstag, 17. Mai, bis Donnerstag, 26. Mai, fliegen die jungen Sänger mit Chorleiter Christian J. Bonath und Organisatorin Monika Jerlitschka nach Südamerika.

Lang ist es also nicht mehr hin, und der Terminplan ist voll bis oben hin. So singt der Knabenchor unter anderem in der Iglesia de la Compania de Jesus. Das Bauwerk steht in Cordoba, der zweitgrößten Stadt Argentiniens, und ist Teil des Unesco- Weltkulturerbes.

Doch bevor es dorthin geht, werden die Sänger direkt am Flughafen in Buenos Aires von ihren Gastfamilien abgeholt. Dass die jungen Männer nicht im Hotel schlafen, sondern bei Gastfamilien, ist Chorleiter Bonath wichtig. "So lernen sie Land und Leute richtig kennen, im Hotel wäre es nicht anders wie sonst irgendwo." Für eine gelungene Reise spielen neben dem Kennenlernen auch weitere Faktoren eine Rolle. Die Reise muss sicher sein und darf im besten Fall nicht allzu viel kosten. "Trotz der Organisation von beinahe einem Jahr und jeder Menge Sponsoren, kostet die Reise für jeden Knaben weit über 800 Euro", sagt Bonath. "Dafür bekommen sie aber auch einiges geboten. Welcher Fünftklässler kann schon behaupten, dass er schon einmal allein in Argentinien war", sagt Bonath weiter. Damit es auch für den Jüngsten, neben den beiden Organisatoren, einen eigenen Ansprechpartner gibt, hat sich Chorleiter Bonath ein System ausgedacht. Insgesamt werden 20 Männer und 20 Knabenstimmen an der Konzertreise teilnehmen. "Eine Männerstimme übernimmt die Verantwortung für einen Knaben", erzählt Bonath. Die Reise steht unter der Schirmherrschaft der deutschen Botschaft.

"Gerade in Argentinien", berichtet Bonath, "herrscht ein reges Interesse an deutscher Musik. Von einer der dortigen Bachgesellschaften sind wir sogar in die Usina del Arte eingeladen." Dort wird der Chor Stücke bekannter Komponisten wie Felix Mendelssohn, Georg Friedrich Händel und selbstverständlich Johann Sebastian Bach singen. Das gesamte Konzertprogramm ist in weltliche Stücke aus Oper und geistliche Stücke der Kirchenmusik aufgeteilt.

Am Dienstag, 24. Mai, wird es für die 40 capella-vocalis-Sänger dann besonders anstrengend. Um 10, 15 und 20 Uhr haben sie am Nationalfeiertag in Argentinien insgesamt drei Auftritte in der Goetheschule in der argentinischen Hauptstadt zu bestreiten. Neben insgesamt acht Konzerten hat die Organisatorin und Konzertmanagerin des Chores, Monika Jerlitschka, auch ein vielfältiges Programm mit Städtetouren und auch Freizeit für die Jungen geplant.

Die Idee zur Reise war schon vor zwei Jahren entstanden, knapp ein Jahr lief die Planung. "Der Aufwand, alle Einreiseformulare zu besorgen war enorm", sagt Bonath. "Es mussten die Einverständniserklärung sowie die Pässe aller Eltern vom Notar beglaubigt und nochmals von Regierungspräsidium attestiert werden, davor musste alles noch auf Spanisch übersetzt werden."

Warum die Wahl der Konzertreise auf Argentinien gefallen ist hat nicht zuletzt mit dem dortigen Interesse an deutscher Musik zu tun.

"Auf der richtig großen Weltkarte fehlt dann nur noch Südafrika oder Australien", sagt Chorleiter Bonath. Und wer weiß, wohin die nächste Konzertreise des Knabenchores führen wird.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel