Gleich zwei neue Mitarbeiter konnte Dekan Hermann Friedl am Mittwochabend im restlos gefüllten Saal des Augustin-Bea-Hauses begrüßen. Dr. Claudia Guggemos übernimmt die Leitung der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB), Clemens Dietz ist der neue Dekanatsreferent und Geschäftsführer des katholischen Dekanats Reutlingen-Zwiefalten. Für die musikalische Begleitung sorgte die Band Red Flies aus der Gemeinde Heilig Geist in Reutlingen mit Dietz als Sänger.

Dr. Guggemos (49) tritt die Nachfolge von Paul Schlegl an, mit dem es bis zu seiner Verabschiedung im September eine Übergangsphase und Einarbeitungszeit geben wird. Claudia Guggemos, wohnhaft in Tübingen, ist in Weil im Schönbuch aufgewachsen, mit dem Pastoralreferenten Stefan Müller-Guggemos verheiratet und hat drei Kinder.

Nach der Ausbildung zur Pastoralreferentin nahm sie die Geistliche Leitung der Katholischen Studierenden Jugend der Diözese wahr, bevor sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Religionspädagogik, Kerygmatik (Verkündigungstheologie) und kirchliche Erwachsenenbildung in Tübingen promovierte. Seit 2012 arbeitet sie am Institut für Fort- und Weiterbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart, wo sie als Referentin für Pastoralpsychologie und Ehrenamt tätig ist. Eine Weiterbildung zum Personzentriert-Systemischen Coach folgte.

„Wir wollten jemanden, der weit blickt“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Katholischen Bildungswerks Dr. Stefan Meißner, der sie in ihr Amt einführte. Guggemos habe, beispielsweise durch ein Studium in den USA, ihr Leben auf Erfahrungszuwachs angelegt. Beruflich sei sie auch für Menschen aus anderen Ländern zuständig und habe große interkulturelle Kompetenz entwickelt. „Wir sind froh, mit Claudia Guggemos  eine sehr erwachsene Erwachsenbildnerin zu bekommen“, so Christine Höpper, Leiterin und Geschäftsführerin der Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Sie tritt in wirklich große Fußstapfen“, meinte sie in Bezug auf Paul Schlegl. Für die KEB sei ein „Dreamteam“ mit Doppelspitze im Einsatz.

„Neuanfänge sind Veränderungsprozesse und bieten einzigartige Lernchancen“, so Guggemos. „Die KEB ist ein bedeutendes Werkzeug, frei zu werden und sich eine eigene Meinung bilden zu können.“ Daher sei Lernen letztlich friedensstiftend. „Durch Bildung Menschen das Menschsein zu ermöglichen, ist Teil des christlichen Auftrags.“ „Clemens Dietz ist in der Kirche so engagiert, dass er eigentlich ein Verdienstkreuz bekommen müsste“, sagte Friedl.

Dietz stammt aus Bad Nauheim, lebt seit 1991 in Reutlingen und arbeitet seit 32 Jahren im kirchlichen Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Er ist verheiratet mit der Citykirchen-Seelsorgerin Ulrike Neher-Dietz und hat zwei Kinder. Zuletzt war er im Bischöflichen Ordinariat für die Personalführung in den Dekanaten tätig.

Seine neuen Aufgaben liegen neben der Unterstützung von Dekan Friedl in der Förderung und Weiterentwicklung der Seelsorge in Kirchengemeinden, Organisationen und Einrichtungen. Unter anderem ist Dietz auch für das Projekt „Kirche am Ort“ zuständig. „Aufstehn, aufeinander zu gehn, voneinander lernen – das ist mein Lied“, sagte Dietz. Nachhaltig habe ihn Adolph Kolping mit Tatkraft, Mut, Phantasie und Gottvertrauen geprägt. Er fühle sich als „pastoraler Wandergeselle“, der in Reutlingen ein Stück Heimat gefunden habe.

In letzter Zeit, so Friedl, habe man drei Mitarbeiter aus Rottenburg bekommen. „Wenn das so weiter geht, werden wir voraussichtlich 2023 den Bischofssitz von dort nach Reutlingen verlegen.“

Nach „Worten des Evangelisten Herbert“ (Grönemeyer) meinte Wolfgang Müller, Diözesanreferent im Bischöflichen Ordinariat Rottenburg: „Es bleibt alles anders“. Er wünsche, dass „Erwartungen enttäuscht“ würden und man sich deshalb schnell auf das Neue einlassen könne, was durch die beiden Stellenwechsel entstehe.

„Ich bin sehr dankbar, dass wir in Reutlingen in geschwisterlicher Ökumene leben“, sagte der evangelische Dekan Marcus Keinath. Zeichen dafür sei die Citykirche. „Ich bin mir sicher, dass wir zusammen offen und gastfreundlich unseren Dienst tun“, sagte er zu Dr. Guggemos und Dietz.

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Sonnenbühl/Lichtenstein