Seit mehreren Jahren könne die Stadt Reutlingen mehr als 400 Kindern im Alter von über drei Jahren keinen Kindergartenplatz zusagen. Zudem könnten viele Offene Stellen als Erzieher beziehungsweise Pädagogische Fachkraft wegen fehlender, qualifizierter Bewerbungen nicht besetzt werden.

Reutlingen aktuell: Drei Fraktionen fordern Handeln der Stadt

Diese Situation ist nicht länger tragbar, erklären die Gemeinderatsfraktionen von WiR, FWV und FDP. Die drei Fraktionen stellen daher einen gemeinsamen Antrag bei der Stadtverwaltung, der mehrere Punkte enthält:
  • Die Stadtverwaltung soll eine Petition beim Bildungsministerium Baden-Württemberg einreichen, um auf dieses unzumutbare, unsoziale Problem hinzuweisen.
  • Um das Problem kurzfristig zu minimieren und somit allen Kindern Chancengleichheit anbieten zu können, soll die Stadtverwaltung in der Petition auf eine übergangsweise Erhöhung des Gruppenschlüssels um zwei Kinder von 25 auf 27 Kinder drängen.
  • Um das Problem kurzfristig zu minimieren und somit allen Kindern Chancengleichheit anbieten zu können, soll die Stadtverwaltung in der Petition auf eine übergangsweise Erweiterung der fachnahen und damit qualifizierten Berufe drängen.
  • Die Stadtverwaltung soll auf eine Verpflichtung aller Kommunen zur Ausbildung von Erziehern/Pädagogischen Fachkräften (m/w/d) drängen.
  • Die Verwaltung soll über diesen Punkt zukünftig öffentlich berichten, damit diese Diskussion lösungsorientiert in der Öffentlichkeit geführt werden kann.

Mehr Geld für Kinderbetreuung: Zu wenige Erzieher, zu viele Kinder

Die Situation mit mehr als 500 Kindern über drei Jahren 2021 ohne Kindergartenplatzzusage verschärfe sich jährlich. „Wir sind nicht willens, dies stillsitzend hinzunehmen. Die Stadtverwaltung muss Alarm schlagen“, erklären die drei Fraktionen. Die kurzfristigen Lösungen seien notwendig, um schnell allen Kindern Chancengleichheit anbieten zu können. Diese Punkte seien übergangsweise zu sehen, bis ausgebildete Bewerber die Stellen besetzen können.