Pfullingen / JÜRGEN HERDIN „Angekommen in Pfullingen“ heißt eine Plakat-Ausstellung des Forums Asyl. In Bildern und mit Texten informiert es über seine Angebote.

 „Nein, das ist keine Spielwiese naiver Menschen mit Helfersyndrom“, die da innerhalb kürzester Zeit zusammengefunden haben, sagte Hans Batsching, einer der Mitiniatoren einer Schau über die ehrenamtliche Arbeit von über 100 Frauen und Männern aus der Stadt, die sich mit viel Ausdauer und Engagement seit dem Flüchtlingsjahr 2015 um heimatlos gewordene Mitmenschen kümmern, die auf der Flucht waren vor Verfolgung und Bürgerkrieg.

„Vielmehr“, so Batschings Überzeugung, der am Montagabend in die Schau im Treppenhaus des Rathaus I einführte, sei es „Gebot und der Auftrag unseres Grundgesetzes, allen Menschen, gleich welcher Herkunft sie sind, bei uns ein Leben in Menschenwürde zu ermöglichen“.

Rund 50 Besucher der Schau „Angekommen in Pfullingen“ hatten sich vor dem Rathaus eingefunden, wo Batschings Frau die einzelnen Stationen der Ausstellung beschrieb.

Als Beitrag zu den Kulturwege 2016 mit dem Motto „Unterwegs“ wird auf Schrifttafeln und mit Bildern auch auf die Flüchtlingsbewegungen seit 1945 eingegangen, kamen doch auch viele der heutigen Pfullinger als Flüchtlinge aus dem Osten.

Schriftproben in verschiedenen Sprachen sind zu sehen, und vor allem geht es darum, Verständnis zu wecken und die Menschen vorzustellen, die da gekommen sind.

So geht es beim Stichwort Orientierung um Sitten, Gewohnheiten, aber auch um Vertrautes. Ziele und Hoffnungen: Natürlich kommt das Thema Alltagsbewältigung zur Sprache - und die Formen der Unterstützung, die Flüchtlingen zuteil werden sollen ebenfalls.

Die Schau informiert auch über das Asylcafé in der Friedenskirche, die kirchliche Unterstützerarbeit insgesamt, Patenschaften und gemeinsame Unternehmungen. Einblicke gibt es zudem in die Pfullinger „Willkommensfabrik“, die von den Asylsuchenden selbst renoviert wurde. Ein großes Dankeschön ging an Werner Fesseler, der maßgeblich an der Erarbeitung der Schau beteiligt war.

Auch Elke Hagmaier war federführend mit von der Partie. Gert Seeger, der Vorsitzende des Bürgertreffs, betonte die wichtige Rolle, die auch in Sachen Flüchtlinge die 580 000 Ehrenamtlichen in der Republik leisteten. „Diese Leute machen die Demokratie aus“ – und noch nie zuvor habe es in Deutschland „eine solche Wucht von Hilfe gegeben“ wie seit Sommer und Herbst vergangenen Jahres, als der größte Flüchtlings-Zustrom zu bewältigen war, gab er zu bedenken.

Zurzeit leben etwas mehr als 100 Flüchtlinge in Pfullingen. Gut und wichtig, so Hans Batsching, sei es auch, dass die Stadt den Aufgabenbereich Flüchtlinge so wichtig nehme. Aktiv auf die Menschen gehe auch der VfL zu, die Schulen und die Kindergärten leisteten ebenfalls wichtige Arbeit. Und glücklicherweise stehen den Menschen und den Aktiven der Initiative Forum Asyl auch Dolmetscher zur Verfügung.

Wie überhaupt die Sprache der Schlüssel zur Integration ist. „Neubürger“ nennt sie dann auch Batsching, deren Kinder „Brückenbauer zu den Eltern sind“, lernen die jungen Ankömmlinge doch die fremde Sprache besonders schnell.

Info Die Ausstellung ist bis 31. August zu den Öffnungszeiten des Rathauses I zu sehen.