Reutlingen Kickers-Zwischenstopp ist beendet

Bürgermeister Robert Hahn, Friedrich Kummer von den Stuttgarter Kickers und Karl-Heinz Lang vom SSV Reutlingen (von links) gestern beim Wimpeltausch im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion.
Bürgermeister Robert Hahn, Friedrich Kummer von den Stuttgarter Kickers und Karl-Heinz Lang vom SSV Reutlingen (von links) gestern beim Wimpeltausch im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion. © Foto: Norbert Leister
Reutlingen / NORBERT LEISTER 26.02.2015
Bilanz der Heimspiele der Stuttgarter Kickers im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion: Alle freuten sich über nicht eingetretene Katastrophen. Und erfolgreich war's auch. Die Blauen verloren hier kein einziges Spiel.

Im Vorfeld hatte niemand so richtig gewusst, ob und wie das klappt, wenn die Stuttgarter Kickers in Reutlingen ihre Heimspiele austragen. Die "Randbedingungen zwischen Blauen und Roten", also zwischen den Fans der Kickers und des SSV Reutlingen seien "nicht ganz einfach" gewesen, wie Bürgermeister Robert Hahn am Mittwoch im Presseraum des Kreuzeiche-Stadions vorsichtig formulierte. Etwas deutlicher wurde Michael Simmendinger, Leiter des Reutlinger Polizeireviers: "Das war eine große Herausforderung." Und so traten beim ersten der zwölf Heimspiele mehr als 150 Polizisten an, um etwaige Zusammenstöße zwischen Fangruppierungen zu verhindern. Später ging die Zahl der Einsatzkräfte auf rund 50 zurück.

Ausgangspunkt für den "Umzug" des Drittligisten war der Umbau des eigenen Gazi-Stadions auf der Waldau. Weil während der Bautätigkeiten dort keine Heimspiele gemacht werden konnten, mussten die Kickers sich nach einer Ausweichmöglichkeit umsehen. Und wurden in Reutlingen fündig. Dabei wurde nicht nur der Verein an der Achalm vorstellig, "auch die Stadt Stuttgart hat um Unterstützung gebeten", so Hahn. Dabei sei es eine Selbstverständlichkeit, dass sich Kommunen aushelfen, sagte der Bürgermeister.

Zu den Bedingungen wollte er allerdings nichts verlautbaren lassen: Über Vertragsinhalte werde nichts gesagt. Und schon gar nicht über die Höhe der Gelder, die geflossen sind. Nur so viel: "Wir haben als Stadt nichts draufgelegt." Und Friedrich Kummer meinte als Präsidiumsmitglied der Kickers, dass der Verein ebenfalls zufrieden sein könne. So weit, so gut. Zumal die "Heimspiel"-Bilanz des Drittligisten an der Kreuzeiche sich sehen lassen konnte: Acht Siege und vier Unentschieden, kein verlorenes Spiel. Ein stolzes Fazit - das allerdings mit dem Umzug ins umgebaute Gazi-Stadion sogleich zunichte gemacht wurde: Beim ersten Heimspiel verloren die Kickers gleich mal 0:2 gegen Arminia Bielefeld.

Da hörte sich das Reutlinger Resümee doch deutlich besser an: 23 Tore in zwölf Spielen, nur sechs Gegentore und rund 3000 Zuschauer pro Spiel. Obendrein habe sich das neue Hotel an der Achalm freuen können, weil es an jedem zweiten Wochenende ausgebucht war, wie Karl-Heinz Lang als Finanzvorstand des SSV Reutlingen anmerkte. Auch Adrian Röhrle als stellvertretender Feuerwehrkommandant der Stadt zeigte sich zufrieden: Seine Truppe sei zwar auf alle möglichen Katastrophenszenarien vorbereitet gewesen, letztendlich seien die aber glücklicherweise ausgeblieben.

Karl-Heinz Kutzbach vom Ordnungsamt lobte das Sicherheitskonzept, das gemeinsam mit der RSV erarbeitet wurde und die Sicherung des Weges der Fans zwischen Bahnhof und Stadion regelte. Insgesamt sei es bei den zwölf Spielen laut Simmendinger nur zu "drei kleineren Geschichten" gekommen, bei denen gegnerische Fans sich miteinander anlegten. Alles in allem also durchweg positiv, wie Uwe Weber vom Amt für Schule, Sport und Jugend (und damit oberster Hausherr des Stadions) ebenfalls betonte: Er lobte vor allem die Arbeit und Zusammenarbeit von und mit Haus- oder besser Stadionmeister Klaus Marzin. "Nach 14 Jahren sieht das Gebäude immer noch aus wie neu", sagte Weber.

Nur wenige Mängel gelte es nach dem Kickers-Zwischenstopp an der Kreuzeiche zu bemängeln: Ein paar Fan-Aufkleber von Vereinen, die im Reutlinger Stadion gespielt hatten gelte es vor allem in den Toiletten noch zu entfernen. Und: Die eine oder andere Sitzschale müsste an selbigen Örtlichkeiten erneuert werden. Aber: Die Toilettenanlagen mussten ja für die Heimspiele der Kickers erst wieder reaktiviert werden - bei SSV-Heimspielen stehen die nämlich nicht zur Verfügung.

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