Reutlingen/Pfullingen Keine Entwarnung beim Schwarzwild

Kreisjägermeister Wolfgang Auer ehrte am Freitagabend zahlreiche Mitglieder der Kreisjägervereinigung - darunter auch diejenigen, die seit 50 Jahren mit dabei sind oder für besondere Verdienste die bronzene Verdienstnadel des Deutschen Jagdschutzverbands erhielten. Foto: Jan Zawadil
Kreisjägermeister Wolfgang Auer ehrte am Freitagabend zahlreiche Mitglieder der Kreisjägervereinigung - darunter auch diejenigen, die seit 50 Jahren mit dabei sind oder für besondere Verdienste die bronzene Verdienstnadel des Deutschen Jagdschutzverbands erhielten. Foto: Jan Zawadil
JAN ZAWADIL 26.03.2012
Eine positive Bilanz des abgelaufenen Jagdjahres zog die Kreisjägervereinigung während ihrer Hauptversammlung am Freitagabend. Dennoch: Zahlreiche Themen halten die Waidmänner auf Trab.

Mehr als 1600 geschossene Schwarzkittel im Jahr 2010/2011 - eine Bilanz, die sich sehen lassen kann, ist damit doch die Strecke mehr als verdoppelt, wie der Stellvertreter des Landrats, Hans-Jürgen Stede, während der Hauptversammlung der Kreisjägervereinigung am Freitagabend im Südbahnhof bemerkte.

Trotzdem: "Wir können keine Entwarnung geben", erklärte Stede mit Blick aufs Schwarzwild weiter. Komme es doch immer noch zu teils beträchtlichen Schäden, weshalb er um eine weiterhin verstärkte Bejagung bat.

Während darüber hinaus die Einhaltung der Regeln zur Kirrung immer wieder überprüft werden und Stede erklärte, dass bei Verstößen Bußgelder verhängt werden können, betonten sowohl er als auch Kreisjägermeister Wolfgang Auer die gute Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und Kreisjägervereinigung. Wobei Auer die Entscheidung zur Halbierung der Jagdsteuer sowie deren komplette Streichung im kommenden Jahr positiv bewertete. Zudem seien die verdachtsunabhängigen Waffenkontrollen durch das Landratsamt kostenlos, was beispielsweise Jäger im Reutlinger Stadtgebiet zwischen 55 und 75 Euro und in der Landeshauptstadt sogar um die 220 Euro koste.

Nachdem Auer angesichts der Jagdergebnisse beim Rehwild eine Abnahme des Bestands vermutete und eine Senkung der Abschusszahlen anregte, gibt es dennoch teils absurde Entwicklungen, die der Kreisjägermeister rügte. Eine davon ist die Warnung des Bundesamts für Risikobewertung, das vom Verzehr von mit Blei geschossenem Wildbret warnt. Wobei die Aufnahme von Blei durch Getreide, Obst oder Getränke laut Auer weit höher sei. Außerdem hält er das Auftreten mancher Jäger für unangemessen. Denn Jäger mit Tarnbekleidung, Gesichtsmasken und einer Jagdwaffe, die einem Sturmgewehr ähnle, würde er aus seinem Revier verweisen. Sei das doch mit der traditionellen Jagd nicht vereinbar.

Neben diesen Themen standen am Freitagabend auch die Wahlen an. Während Christine Bögel als Schatzmeisterin ohne Gegenstimme im Amt bestätigt wurde, wurde auch Wolfgang Auer als Kreisjägermeister einstimmig für eine weitere Amtszeit gewählt. Lediglich der Posten des Pressereferenten bleibt derzeit verwaist. Auer ließ jedoch durchblicken, dass er einen Kandidaten in Aussicht habe, der allerdings erst in einem Jahr das Amt bekleiden könne.

Umrahmt von der Jagdhornbläsergruppe Reutlingen sowie der Jagdhornbläserkameradschaft Eningen wurden zudem zahlreiche Mitglieder der Kreisjägervereinigung für ihr langes Wirken ausgezeichnet. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Erhard Oberdorfer, Heinz Schlecht und Elfriede Spaeth geehrt. Für 40 Jahre Gerhard Aichholzer, Fritz Bley, Dr. Joachim Dalm, Herbert Ebinger, Richard Freudigmann, Willi Gramm, Lothar Grässler, Dieter Lang, Siegfried Lumpp, Elke Renz, Udo Renz, Karl Reuter und Helmut Trumpf. Für 50 Jahre Helmut Canz, Walter Künkele, Kurt Loser, Karl Heinz Mozer und Kurt Walz. Verdienstnadeln in Bronze des Deutschen Jagdschutzverbands erhielten außerdem Ulrich Büttel und Norbert Reich.