Es gab keine Feier, sondern stattdessen eine Videobotschaft des Oberbürgermeisters. Der 16. Schwörtag der Neuzeit, der gestern gefeiert worden wäre, ist wie viele andere Veranstaltungen ein Opfer der Corona-Pandemie geworden. Thomas Keck erinnerte in seiner Ansprache an die immensen Schäden, die das Corona-Virus seit dem Frühling verursacht hat. 474 Männer und Frauen hätten sich infiziert, 18 seien der „heimtückischen Erkrankung“ erlegen. Auch wenn inzwischen fast wieder so etwas wie Normalität eingekehrt sei, sind „wir noch lange nicht über den Berg“, mahnte Keck mit Blick auf die  noch immer drastisch ansteigenden Infizierten- und Verstorbenenzahlen in den USA oder Brasilien. „Lassen Sie uns zusammenhalten, um eine „zweite Welle“ zu vermeiden!“

Die Herausforderungen der „ersten Welle“ seien schon groß genug gewesen. „Viele von Ihnen waren oder sind noch immer in Kurzarbeit, viele wissen vielleicht nicht, ob sie ihren Arbeitsplatz behalten können, manche haben ihn schon verloren. Eltern von Schul- und Kindergartenkindern sahen sich in den vergangenen Wochen und Monaten unvermittelt vor die Herausforderung gestellt, Kinderbetreuung und Job unter einen Hut zu bringen“. Nicht nur in Reutlingen stehe mancher Laden kurz vor der Schließung oder sei schon zu.
Keck sprach auch die „sehr ernste“ finanzielle Situation der Stadt an. Derzeit fehlten 81,6 Millionen Euro gegenüber dem Haushaltsplan – eine „Katastrophe, die wir als Kommune nie und nimmer alleine bewältigen können“. Er zähle hier auf Bund und Land, die ihre Unterstützung bereits mehrfach zugesichert hätten. Gleichzeitig müsse die Stadt alle Aufgaben auf den Prüfstand stellen. „Wir werden Dinge priorisieren müssen.“ Projekte wie die Sanierungen von Marktplatz, Rathaus und Oberamteistraße, die in der Städtebauförderung sind, gelten für ihn aber als gesetzt.

Info Das Video mit Kecks Schwörtagsrede kann über den städtischen You-Tube-Kanal https://www.youtube.com/watch?v=9rAiHuA2rHs angeschaut werden.