Reutlingen Karosseriebauer: Hagelschäden aufarbeiten

SWP 31.03.2015
Die Karosseriefachbetriebe im Kreis haben sich vor wenigen Tagen zu ihrer Jahrestagung in der Reutlinger Kreishandwerkerschaft getroffen.

Die Betriebe sind mit der wirtschaftlichen Entwicklung des vergangenen Jahres meist zufrieden. Viele Betriebe haben noch zahlreiche Hagelschäden aufzuarbeiten, so Innungsobermeister Karl-Ulrich Thumm aus Reutlingen. Beobachtet wird, dass Schäden in die Fachbetriebe kommen, die teilweise auch im Ausland unfachmännisch repariert wurden und jetzt beispielsweise die Lackierung Risse bekommt. Vor allem im Ostblock sind nach Aussagen der Betriebe viele Hagelschäden repariert worden, die teilweise über Sammeltransporte dorthin verfrachtet wurden.

Verärgert sind die Betriebe über teilweise irrführende Werbung von Mitbewerbern. Sie beobachten, dass Mitbewerber beispielsweise in Werbebeilagen für eine kostenlose Reparatur von Autoscheiben werben. Abgebildet werden dabei Glasbruchschäden im Sichtfeld des Fahrers. In solchen Fällen dürfen die Scheiben nicht repariert, sondern müssen ausgetauscht werden. In den Werbungen wird den Verbrauchern etwas anderes suggeriert, worüber sich die Fachbetriebe ärgern.

Ein weiteres Ärgernis für die Branche ist das Verhalten der Leasinggesellschaften. Nach Ablauf der Verträge werden regelmäßig die Fahrzeuge auf Schäden begutachtet. Die Betriebe beobachten, dass hierbei teilweise strenge Maßstäbe angelegt werden, die einer fachlichen Überprüfung nicht standhalten und den Leasingnehmer hohe Abstandszahlungen oder hohe Reparaturkosten auferlegen. Die Fachbetriebe bieten den Leasingnehmern ihre fachliche Unterstützung und Beratung im Einzelfall an. Teilweise sind die Behebung der Schäden durch die Verträge gesteuert. Die Leasingnehmer müssen die Schäden in bestimmten Werkstätten beheben lassen.

Überfordert fühlen sich die Betriebe zunehmend durch neue bürokratische Anforderungen. In einer Diskussion mit Kreishandwerksmeister Dieter Laible sowie dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Ewald Heinzelmann, wurde dies deutlich. Immer neue Vorschriften zum Verbraucherrecht führen dazu, dass bei einer rechtssicheren Handhabung nahezu keine mündlichen Verträge mehr geschlossen werden können. Die Vorschriften des Mindestlohngesetzes verlangen eine Aufzeichnung der Arbeitszeit, insbesondere der geringfügig Beschäftigten.