Reutlingen Reutlingen: Kalbfell bleibt im Rennen um die OB-Wahl

OB-Wahl Reutlingen Rathaus
OB-Wahl Reutlingen Rathaus © Foto: Thomas Kiehl
Reutlingen / Von Ralph Bausinger 05.02.2019

Die erste Analyse der Ergebnisse hat Thomas Keck hinter sich gebracht. Der von der SPD unterstützte Kandidat führt nach dem ersten Wahlgang der Reutlinger Oberbürgermeisterwahl mit korrigierten 29,7 Prozent hauchdünn vor Dr. Christian Schneider, der zwei Zehntel weniger erhielt. Der Geschäftsführer des Mieterbundes Reutlingen-Tübingen, der am Samstag seinen 56. Geburtstag gefeiert hat, will jetzt in einem „sehr eng getakteten Wahlkampf“ in den kommenden drei Wochen verstärkt in den Bezirksgemeinden präsent sein –– wie übrigens auch sein Konkurrent von der  CDU.

Seine bisherige Grundlinie will Keck, wie er sagt, nicht verlassen und auch weiterhin einen fairen Wahlkampf gegen seine Mitbewerber führen. Ziel der kommenden drei Wochen müsse sein, die Unterschiede bei wichtigen Themen zwischen ihm auf der einen und Schneider und Kalbfell auf den anderen Seite stärker herauszuarbeiten und im Bewusstsein der Wähler zu verankern.

Er habe noch gestern die Anspannung gespürt, die ihn ergriffen hatte, als am Sonntagabend die Ergebnisse auf die Leinwand im Rathaus projiziert wurden, sagt Schneider. Mit dem Ergebnis des ersten Wahlgangs sei er, wie er nochmals unterstreicht, zufrieden: „Wenn man aus dem Stand heraus 30 Prozent holt, darf man nicht enttäuscht sein.“

Wie geht’s weiter? „Man muss die Bürgernähe suchen. Man muss die Leute persönlich ansprechen, betont Schneider. Der Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion setzt in der Zeit bis zum zweiten Wahlgang verstärkt auf Haustürbesuche – sowohl in der Kernstadt als auch in den Bezirksgemeinden. „Dabei werde ich auch Betzingen nicht außen vor lassen“, kündigt er an.  Er wolle dabei den Wählern vermitteln, dass er für ein „ideologiefreies, pragmatisches und parteiübergreifendes Handeln stehe. Und er möchte seine Leitungskompetenz herausstellen.

Er hatte es am Sonntagabend in seinen Statements schon angedeutet, gestern hat er es in einer Pressemitteilung offiziell bestätigt: Dr. Carl-Gustav Kalbfell bleibt im Rennen um die Nachfolge von Barbara Bosch. Die von ihm erreichten 19,9 Prozent wertete er als „achtbares Zwischenergebnis“. Sein selbst auferlegtes Etappenziel, bis 3. Februar zumindest jeden fünften Wähler zu überzeugen, sei  praktisch erfüllt.

„Während Dr. Christian Schneider als omnipräsenter Frühstarter und Thomas Keck als stadtbekannter Platzhirsch ihre Wählerpotenziale möglicherweise bereits ausgereizt haben, spüre ich kontinuierlich wachsende Zustimmung“, schreibt er weiter. Viele Bürger ermunterten ihn,  als jüngere Alternative zu den beiden Mittfünfzigern Keck/Schneider im Rennen zu bleiben. Mit Blick auf die bisher verhaltene Wahlbeteiligung und Cindy Holmbergs Rückzug dürfe der Wahlausgang am 24. Februar als völlig offen erachtet werden. „Meine Themen sind noch nicht gelaufen“, betont der Sozialbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen, der in den kommenden drei Wochen verstärkt  die Bereiche Bildung, (Kinder-)Betreuung, Schule und Digitalisierung dem Wähler nahebringen will. Themen, die bislang im Schatten von Verkehr/Mobilität  und Wohnungsbau gestanden hätten. Dabei will er auch als „Fachmann im Bürgermeistern“ punkten.

Amann verzichtet

Bereits am späten Sonntagabend hat Dr. Karsten Amann  für Klarheit gesorgt und seinen Verzicht erklärt. „Ich bin dankbar für die Wertschätzung, die in den 601 Stimmen zum Ausdruck kam, ohne dass ich Kandidat war. Mich hätte das Amt auch sehr gereizt. Aber in der Abwägung bleibe ich bei der Entscheidung von November“, sagte der Grünen-Stadtrat gegenüber unser Zeitung.

Nur geringe Verschiebungen

Der Gemeindewahlausschuss hat gestern Abend getagt und das amtliche Endergebnis festgestellt: Weitere 21 Stimmen – alle bei den Sonstigen –  wurden für ungültig erklärt, was zu geringen Verschiebungen führt. Thomas Keck gewinnt ein Zehntel dazu und kommt jetzt auf 29,7 Prozent.

Alle anderen Werte bleiben unverändert: Somit erreichen  Dr. Christian Schneider 29,5 Prozent, Dr. Carl-Gustav Kalbfell 19,9 Prozent, Cindy Holmberg 16,3 Prozent und Andreas Zimmermann 2,7 Prozent.

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