Reutlingen Jung und schon selbständig

Das Team von "CHARGEmeleon" von links: Marc Schlagenhauf, Lukas Christaller, Julian Kuhn, Maximilian Schwabe, Oliver Messelberger, Michelle Langfeld und Niko Kosjantschuk (nicht auf dem Bild ist Laura Rilling).
Das Team von "CHARGEmeleon" von links: Marc Schlagenhauf, Lukas Christaller, Julian Kuhn, Maximilian Schwabe, Oliver Messelberger, Michelle Langfeld und Niko Kosjantschuk (nicht auf dem Bild ist Laura Rilling). © Foto: CHARGEmeleon
Reutlingen / ANASTASIJA ORELJ LARA MÄRKLE 06.02.2016
Eine elfte Klasse des Friedrich-List-Gymnasiums hat im Rahmen ihres Seminarkurses, der zugleich ihre mündliche Abiturnote bildet, ihre Firma "CHARGEmeleon" gegründet. Diese stellt Handyhüllen aus Filz her.

Die Schüler des Friedrich-List-Gymnasiums gründeten mithilfe des "Junior-Programms" ihre eigene Firma mit dem Namen "CHARGEmeleon" - ein Wortspiel mit Blick auf die verschiedenfarbige Handytaschen, die während des Ladens aufgehängt werden können.

Das "Junior-Programm" wird vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln Junior GmbH seit gut 20 Jahren in mittlerweile 15 Bundesländern angeboten. Dadurch wird den Schülern die Gelegenheit gegeben, sich Grundprinzipien eines unternehmerischen Handelns anzueignen. Das Projekt ist im Normalfall für 10 bis 15 Schüler ausgerichet, die ihre eigenen Ideen durch die finanzielle Unterstützung der Investoren umsetzen können. Das Junior-Programm verhilft durch eigene Erfahrungen, das sich die Schüler wirtschaftlich, sozial wie auch ökologisch weiterbilden und sich ein besseres Verständnis für wirtschaftliche Prozesse aneignen.

Institute wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie Firmen der Privatwirtschaft unterstützen die Firmen der Schüler wie auch das Institut mit dem kompletten Programm. Seit dem Start 1994 haben mehr als 80 000 Schüler an dem Junior-Programm teilgenommen.

Darunter befindet sich auch die Firma der Friedrich-List-Gymnasiasten "CHARGEmeleon". Michelle Langfeld, zusammen mit Laura Rilling Vorstand der Firma, erklärt: "Bis zu drei Schulstunden in der Woche werden für das Projekt investiert". Diese Stunden werden von zwei Lehrkräften begleitet.

In den ersten Seminarkursstunden kam die Idee von Maximilian Schwabe zustande, Filztaschen zur Aufbewahrung von Handys zu produzieren. Gleichzeitig sollte die Tasche als praktische Halterung beim Laden verwendet werden können, falls die Steckdose einmal zu weit oben beziehungsweise das Kabel zu kurz sein sollte.

Zu dieser Idee ließ sich Maximilian Schwabe durch Kurzfilme über Handyhüllen inspirieren, die aus Plastikflaschen hergestellt wurden, und so das Laden an höheren Steckdosen ermöglichten.

Um zu gewährleisten, dass das Handy trocken und sauber bleibt, entschieden sich die Firmengründer für Filz, da dieses Material wasserabweisend ist. Für die Produktion wird Öko-Filz verwendet, da es den Herstellern am Herzen liegt nachhaltig zu produzieren. Die Herstellung der Handytaschen, den "CHARGEbags", wird von den insgesamt acht Mitglieder der Schülerfirma in Handarbeit bewerkstelligt. Marc Schlagenhauf, einer der beiden Marketingleiter, sagt: "Wir achten bei unserer Herstellung auf sauberes Nähen, jedoch benötigt es nicht viel Nähgeschick".

Auf Wunsch können die Filzhüllen individualisiert werden durch Aufdrucke nach dem Geschmack der Kunden. Die Taschen sind außerdem in verschiedenen Farben und Größen erhältlich, so dass praktisch jedes Smartphone problemlos darin Platz findet.

Um die Reaktion auf ihr Produkt zu erproben verkauften die jungen Firmenbesitzer auf Weihnachtsmärkten oder auch in der eigenen Schule ihre "CHARGEbags". Mittlerweile konnten sie schon bis zu 40 Filztaschen verkaufen. Außerdem können die praktischen Handytaschen im Onlineshop für acht Euro mit Druck und für zehn Euro mit individuellen Druckformaten erworben werden.

Nach Michelle Langfelds Meinung reichen die drei Schulstunden kaum, um die Produktion der Firma erfolgreich aufrechtzuerhalten. Um dies zu gewährleisten, treffen sich die jungen Schüler regelmäßig in einer der Produktionsstätten, im Nähcafe Reutlingen. "Denn ohne Eigeninitiative würde die Firma nicht laufen", so Maximilian Schwabe.

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