Judo: Selbstbewusstsein wird enorm gestärkt

NOL 03.05.2012

Nach den Worten von Jörg Meißnest werden durch Judo nicht nur Achtung und Respekt eingeübt - Regeln müssen eingehalten, Ängste überwunden werden, Konfliktfähigkeit und Empathie werden geschärft, Rücksicht, Vorsicht und Verbindlichkeit. Vor allem aber werde die Selbstwahrnehmung der Kinder gestärkt.

Wenn sie am Boden in einer scheinbar ausweglosen Situation liegen, lernen sie, eben nicht zu brüllen, schreien, weinen, kratzen, beißen oder an den Haaren zu ziehen. "Sie können jederzeit ein Zeichen geben, dass sie aufhören wollen", sagt der Sonderpädagoge. Oder das Kind versucht, den Gegner auf sich zu ziehen und herumzuwerfen.

Andere positive Aspekte: Auch in Mathematik könne Judo hilfreich sein oder in Deutsch - "die Kinder reißen sich förmlich darum, nach den Judo-Stunden ein Protokoll zu schreiben".

Das Lernverhalten ändere sich, und das Selbstbewusstsein werde enorm gestärkt. Dass sich auch das Gewaltverhalten von Kindern und Jugendlichen ändere, sei eigentlich nur ein positives Neben- oder Abfallprodukt. "Studien beweisen, dass durch das Training von Kampfsportarten Gewalt nicht zu-, sondern abnimmt."

Weil die Kinder und Jugendlichen ja gelernt haben: Wenn ich wollte, könnte ich den Aggressor problemlos aufs Kreuz legen. Muss ich aber gar nicht.

Jörg Meißnest unterrichtet übrigens nicht nur Kinder an der Rommelsbacher Grundschule mit Judo, sondern auch an der Reutlinger Fachhochschule für Sonderpädagogik. Der Siegeszug dieser besonderen Sportart zieht also weite Kreise.