Lichtenstein /  Uhr

Überraschung: Zum 25. Geburtstag der Narrenzunft Krautscheißer steigt nach langer Zeit einmal wieder der Klassiker Peter Blötscher in die Bütt. Beim Fest am Samstag sind zahlreiche andere Zünfte zu Gast.

JÜRGEN HERDIN

Seit einem Dreivierteljahrhundert gibt es nun schon die Narrenzunft „Krautscheißer Unterhausen“: Für deren Vorsitzende Katja Thomas, ihren Vize Stephan Blötscher und den Verein ist das Anlass genug, ein großes Fest auf die Beine zu stellen – und zurückzublicken: Ehrungen soll es bei der Fete in der Lichtensteinhalle am Samstag ab 19.30 Uhr auch geben.

„Das wird ein unvergesslicher Abend – mit vielen befreundeten Narrenzünften“, verspricht Stephan Blötscher. Mit von der Partie ist neben dem Ehrenzunftmeister, einer der Gründerväter, Gerd Göbel, auch ein Urgestein der Fasnet in Unterhausen: Peter Blötscher. Lange Jahre war er dort Elferratspräsident, legendär sind seine Auftritte als Büttenredner.

Die hielt Blötscher stets in seinem Pfälzer Mutterdialekt, was die „Fassenacht“ natürlich umso authentischer machte. Und nicht nur vom Zungenschlag her haben die Narren aus Unterhausen guten Kontakt zur Karnevalshochburg in der Pfalz. Bereits zu Beginn des Jubiläumsjahrs 2013 hatten sie ein ganz besonderes Gastspiel: Die Krautscheißer waren beim Rosenmontagszug in Mainz dabei.

Eingeladen hatte sie der Chef der Bohnebeitel, Heinz Meller von der „Meenzer Fassenacht“. Früh schon hatte man Kontakte geknüpft, wobei Meller und seine Truppe natürlich auch begeistert waren, dass in dem so protestantisch geprägten Schwäbischen eine schlagkräftige Narrenzunft entstanden war. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Meller und seine Leute waren auch schon im oberen Echaztal zu Gast.

Dem Dorf-Geistlichen einen Haufen in den Garten gesetzt: Das sollen der Legende nach vor langer Zeit einmal rebellische und gut aufgelegte Unterhausener getan haben. Und so kam die 1988 gegründete Narrenzunft Krautscheißer dann auch zu ihrem Namen. 1986 bereits waren Cäcilia Dietmann, Gerd Göbel und Dietmar Abele auf die Idee gekommen, den „Ur-Krautscheißer“ zur Fasnetsfigur zu machen. 19 Narren waren es bei der offiziellen Gründung der Narrenzunft vor 25 Jahren. Längst sind sie auch Mitglied der Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte. Eine große Ehre, denn auf noch relativ junge Zünfte werfen die Traditionalisten zumeist ein recht kritisches Auge. Heute zählen die Krautscheißer 250 Mitglieder.

Hinzu kam im Lauf der Jahre neben der Figur „Kochhäfen“ auch eine Schalmeiengruppe. Die Lichtensteiner Narrengruppen „Wurzelsepp“, die „Schlosswölfe“ und die „Burgstoihexa“, in guter Freundschaft oft mit von der Partie, sind ganz eigenständige Vereine. Ebenso die Damen von der Guggenmusik „Loco“. Darauf verweist Katja Thomas, die 1993 als „Zunftine“ den seitherigen Vorsitzenden und Mitbegründer der Krautscheißer, Gerd Göbel, ablöste. Der wird am Samstagabend in der Lichtensteinhalle sicher ebenso geehrt, wie andere Urgesteine der Zunft. Vertreter des Dachverbands aus Oberschwaben sollen zu Wort kommen – „und auch die Jugend hat sich etwas einfallen lassen“, weiß Stephan Blötscher.