Das „Jerusalema Dance Challenge“-Video der Kreiskliniken Reutlingen sorgt in den sozialen Netzwerken, und nicht nur dort, mächtig für Furore. Seit genau einer Woche ist es auf dem YouTube-Kanal der Kreiskliniken online – und knackt bald die 100.000er Marke an Aufrufen. Auf der Facebook-Seite wurde der Clip bereits mehr als 168.000 Mal aufgerufen, erhielt knapp 5.000 „Gefällt mir“ und wurde 3.500 geteilt. Kommentiert wurde das Tanzvideo dabei schon aus den verschiedensten Teilen der Welt.

Wer steckt hinter dem erfolgreichen Video?

Es ist Amato Prudente, Videograph, Medienproduzent, Kameramann, Cutter und Inhaber der Firma AP-film.de in Reutlingen. Angefangen hat Amato Prudente vor mehr als 13 Jahren, zunächst in der Eventbranche und bekam damals schon Weltstars wie Paris Hilton oder David Guetta vor die Linse. Aber auch regional ist der Deutsch-Italiener gut verwurzelt und arbeitet regelmäßig mit dem schwäbischen Comedian Dominik „Dodokay“ Kuhn zusammen. Zu seinem Firmen-Portfolio gehören mittlerweile Imagefilme, Unternehmensvorstellungen, Werbeclips und Musikvideos. Besonders viel Wert legt der gebürtige Reutlinger bei seinen Produktionen auf den kreativen Schnitt, auch ein besonderes Merkmal, in dem vier Minuten und 35 Sekunden langen Tanzvideo der Kreiskliniken Reutlingen.Wir haben mit Amato Prudente über das Erfolgsgeheimnis gesprochen:

Das „Jerusalema“-Video der Kreiskliniken Reutlingen ist ein viraler Hit. Hat der Erfolg dich überrascht?

Ja, definitiv. Wir haben niemals damit gerechnet, dass sich so viele Menschen das Video anschauen und uns mit so viel positiven Feedback überhäufen. Wir haben ein hochwertiges Video produziert, aber dieser Erfolg übertrifft all unsere Erwartungen.

Warum kam das Video deiner Meinung nach so gut an?

Die Menschen sind stolz auf Reutlingen, auf die Kreiskliniken und auf die Menschen, die in den Kliniken arbeiten. Wir haben versucht, Emotionen in dem Video zu transportieren und das scheint uns gelungen zu sein. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass in dem Video die Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen, auch die, die vielleicht sonst nicht in der ersten Reihe agieren.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit den Kreiskliniken Reutlingen?

Die Kreiskliniken wollten professionelle Unterstützung bei dem Videoprojekt „Jerusalema-Dance-Challenge“. Dominik „Dodokay“ Kuhn, der mit dem Klinikum schon gearbeitet hat, stellte den Kontakt her. Im weiteren Verlauf habe ich mit Frau Osman und Herr Hanke von den Kreisklinken ein Konzept für die „Jerusalema-Dance-Challenge“ entwickelt und dieses gemeinsam umgesetzt. Es war eine tolle Zusammenarbeit.

Wie war die technische Umsetzung des Videoprojekts?
Die zahlreichen Tanzszenen der einzelnen Klinik-Abteilungen haben die Mitarbeiter in Eigenregie, in ihren Pausen per Smartphone gedreht. Die Schwierigkeit war es, die vielen kurzen und qualitativ unterschiedlichen Sequenzen zu einem kreativen Ganzen zu verschmelzen.
Wie sind die Dreharbeiten zum Video verlaufen?
Der Dreh war eine Herausforderung, weil wir den reibungsfreien Betriebsablauf der Klinik natürlich nicht stören konnten und die Corona-Regeln einhalten mussten. Dennoch waren alle Beteiligten total engagiert und strukturiert bei der Sache, es hat sehr viel Spaß gemacht. Selbst die Patienten, ob jung oder alt, schauten aus ihren Fenstern und haben mitgetanzt. Ein dickes Dankeschön an alle Beteiligten, im Besonderen an die Feuerwehr Reutlingen, das DRK und meinem Praktikanten Ariusha Weber.
Welche Hürden mussten genommen werden?
Im Vorfeld mussten wir uns verschiedene Genehmigungen, unter anderem für den Drohnenaufstieg, einholen. Die Außenaufnahmen waren wegen der Kälte und Wind schwierig für Filmer und vor allem für die Tänzer, aber letztlich kein Hindernis. Auf dem Hubschrauberlandeplatz des Klinikums hatten wir für die Dreharbeiten nur ein sehr kleines Zeitfenster von 20 Minuten, aber auch das haben wir gelöst. Hier auch nochmal ein Dank an das Ordnungsamt Reutlingen für die Genehmigung.
Welche Resonanz hast du persönlich zu dem Video erhalten?
Es ist unglaublich, wie viele ausschließlich positive Rückmeldungen, ob telefonisch, per Mail, WhatsApp oder den sozialen Netzwerken, ich erhalten habe. Die Menschen freuen sich und sind stolz auf die tanzenden Mitarbeiter der Kreiskliniken. In Anbetracht der schwierigen Zeit in der Corona-Pandemie wollten wir mit dem Video ein Zeichen setzen, und das ist uns gelungen.
Zum Abschluss noch die Frage, wie geht es dir und deiner Firma AP-film.de in der Corona-Krise?
Natürlich musste ich, wie viele andere Firmen auch, aufgrund der Corona-Pandemie auf Projekte und damit auf Einnahmen verzichten. Einen Videodreh in New York musste ich auch schweren Herzens absagen. Doch zum Glück kam mein Geschäft nicht ganz zum Stillstand und ich habe versucht, die Krise als eine Chance zu sehen. Meinen Kunden habe ich angeboten, dass niemand sein gebuchtes Projekt stornieren muss und erst bei wiederkehrender Liquidität bezahlt. Dennoch hoffe ich, dass wir alle bald wieder in unser normales Leben zurückkehren können.