Reutlingen Jeder Widerstand war im Landratsamt zwecklos – Kreisverwaltung jetzt in Narrenhand!

Reutlingen / Peter U. Bussmann 24.02.2017

Sturm Thomas – so hieß das Tief, das Donnerstagnachmittag die Region kräftig durchpustete, wirklich – hatte wohl einigen der vereinten Narren aus dem Kreis etwas zugesetzt, sodass der Narrensturm anfangs etwas träge wirkte. Doch Landrat respektive Chef-Koch Thomas Reumann, erfahren im Gerüchteköcheln, lud die Genkinger Scheiterhau Hexa und ihr Gefolge unter den Klängen der lautstarken Sonnenbühler Bärafezza Guggakapelle in den Sitzungssaal.
Zur Vorspeise quasi gab das farbenfrohe Quartett der „Frechen Früchtchen“ aus Pfronstetten locker betextete Coversongs und kesse Sprüche von sich, sehr zum Gaudi der Narrenschar. Doch dann wurde es ernst mit dem ersten Kochduell Verwaltung versus Hexenküche. Obwohl Reumann ausschließlich auf regionale Zutaten setzte wie Windkraft, Bioabfall, Inklusion – mit der „bunten Mischung an Vielfalt von Menschen –, einem kräftigen Schucker Hayinger Orange („des Haus isch a bissle arg viel bunter!“), Hochwasser und Expresso, hatte er gegen den ebenfalls mit lokalpolitischen Seitenhieben gefüllten Hexenkessel, unter anderem mit „japanischen Schnurrr-Bäumen“, keine Chance. Das Publikum votierte ohrenbetäubend lauter für das Hexenmahl, sodass Moderator Rainer „Lollie“ Mayer mit Bützchen  den goldenen Löffel abgab  an die Hexe. Der Unterlegene hingegen hielt’s mit Trump und vermutete, „dass die Russen’s manipuliert haben“. Der anschließenden Feierlust samt umjubelten Auftritt des Unterhausener Gardequartetts tat dies keinen Abbruch.