Die Stadt hat touristisches Potenzial. Dieser Meinung ist Tanja Ulmer, Geschäftsführerin der StaRT, Stadtmarketing und Tourismus Reutlingen GmbH. Sie präsentierte den Mitgliedern des Finanz- und Wirtschaftsausschusses die neuesten Zahlen zum Tourismus. Und die zeigen, dass der Fremdenverkehr ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Reutlingen ist. Knapp 197 000 Übernachtungen verzeichnete die Stadt im vergangenen Jahr, 50 000 Gäste kamen aus dem Ausland. Reutlingen kann damit 2,8 Millionen touristische Aufenthaltstage der Besucher vorweisen. Das bescherte Reutlingen einen Bruttoumsatz von immerhin 121,1 Millionen Euro, 20,4 Prozent mehr im Vergleich zu 2013.

Jeder einzelne Tourist ist für die Stadt wichtig. Denn er bezahlt nicht nur die Übernachtung, sondern trinkt Kaffee, isst in einem Lokal zu Mittag, kauft eventuell im Einzelhandel ein, besucht ein Museum oder ein Konzert. Ausgaben, die also nicht nur dem Hotelier oder der Pension zugute kommen, sondern auch dem Bäcker, der die Brötchen fürs Frühstück liefert, oder dem Weinhändler, der  an die Gastronomie verkauft. 136,60 Euro gibt ein Übernachtungsgast im Hotel im Schnitt pro Tag in der Stadt aus, 35,50 Euro ein Tagesbesucher. Direkte Profiteure des Tourismusgeschäfts sind laut Statistik das Gastgewerbe mit 46,3 Prozent, der Einzelhandel mit 42,1 Prozent und der Dienstleistungssektor mit 19,7 Prozent.

Erfreulich sei auch die Entwicklung der Touristen-Information am Marktplatz, wusste Tanja Ulmer zu berichten. So läuft zum Beispiel das Gutscheinheft immer besser, wobei dieses freilich auch von Einheimischen gerne gekauft und verschenkt wird. Ein Umsatz von 3,3 Millionen Euro wurde für 2016 verzeichnet.

Übrigens: Spitzenjahr bei den Übernachtungen war das Jahr 2013. Kein Wunder. Denn damals rückten nach dem Hagel-Sommer die Monteure an.

Trotz des Aufschwungs im Tourismus-Sektor könnte die Stadt noch zulegen. Immer mehr Übernachtungsgäste buchen übers Internet und greifen regional zu den günstigsten Angeboten. Das stellen auch Tanja Ulmer und ihre Mitstreiter fest. So werden Monteure und Geschäftsreisende beispielsweise stark in der Region Stuttgart und im Bereich des Flughafens beworben. „In Stuttgart werden Zimmer für 69 Euro angeboten, Reutlingen ist wesentlich hochpreisiger. Da müssen wir etwas tun“, so Ulmer.

Gut angenommen wird auch der Wohnmobil-Stellplatz beim Freibad. In der Saison 2016/17 verzeichnete die Stadt  mit rund 400 Übernachtungen eine Zunahme von 54 Prozent. Seit dort eine Schranke installiert ist, wird das Gelände auch nicht mehr von Freibadbesuchern genutzt.

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Prozent Plus im Vergleich zu 2013 verzeichnete der Umsatz im Tourismus in Reutlingen im vergangenen Jahr. Rund 121 Millionen Euro spülte der Tourismus in die Stadt.