Reutlingen Interkulturell unterm Sternenzelt

Reutlingen / OTTO PAUL BURKHARDT 21.07.2016
Ein Treffpunkt von Menschen verschiedener Herkunft soll es werden: Am franz.K steigt von 22. bis 24. Juli das 2. Weltmusik-Festival „inter:Komm!“

Die Grundidee des Festivals, das 2015 erstmals über die Bühne ging, hat sich nicht geändert. Es geht darum, Menschen und Musik aus verschiedenen Kulturen so zusammenzubringen, dass aus dem Nebeneinander ein Miteinander entsteht. Das Thema bei der zweiten Auflage des Festivals „inter:Komm!“ ist wieder, ganz klar, Weltmusik.

Aber nicht als Folklore aufgefasst, deren Idioms fein säuberlich getrennt bleiben. Sondern als „eine Mischung der Stile, die Vertrautes und Ungewohntes gleichermaßen beinhaltet“, wie es der Geschäftsführer des franz.K, Andreas Roth, formuliert. Ein Festival neuer Verbindungen, könnte man sagen. So haben die Programm-Macher des franz.K denn auch vorzugsweise Gruppen eingeladen, „die aus biographischem und vorgefundenem Material etwa Neues“ geschaffen haben.

Die zweite Auflage jetzt am Wochenende von 22. bis 24. Juli – erneut unter freiem Himmel auf dem Gelände vor dem Kulturzentrum – bringt denn auch manche Änderung mit sich. Die wichtigste: Das Festival ist 2016 nicht nur „draußen“, sondern erstmals auch „umsonst“ – um auch einen, wie es heißt, „gesellschaftlichen Akzent“ zu setzen. OB Barbara Bosch wird im Übrigen ein Grußwort sprechen. Der Etat des Festivals liegt bei etwa 34 000 Euro, wobei das franz.K hier einen Teil des Spielstättenpreisgeldes einsetzt.

Freitag, 22. Juli, und Samstag, 23. Juli, sind Konzertabende (Beginn jeweils 18 Uhr), der Sonntag, 24. Juli, ist dem Programm für Kinder und Familien gewidmet. Hauptact am 22. Juli ist A-Wa (englisch ay-wah): Das Trio aus der israelischen Negev-Wüste gilt als „die World-Pop-Wundertüten-Sensation“ derzeit. Die drei Schwestern mischen altjemenitische Melodien mit elektronischen Klängen und HipHop-Beats. Daneben ist die Gruppe Ma Valise am Freitag gebucht – die Weltmusik-Formation aus Frankreich, genauer gesagt aus dem Dorf Clisson bei Nantes in der Bretagne, zählt zu den „alten Bekannten“ der franz.K-Szene. Der Fokus der Band hat sich inzwischen von Osteuropa nach Afrika verschoben. Dritte im Bunde am Freitag ist Kaira Tiló aus dem Raum Reutlingen/Tübingen, ein Projekt, das die westafrikanische Tradition der Griots, der Sänger und Geschichtenerzähler, aufgreift und mit modernen Sounds wie E-Gitarre bereichert.

Headliner am 23. Juli ist BaBa ZuLa , 1996 in Istanbul gegründet und seit Fatih Akins Film „Crossing the Bridge“ (2005) auch international gefragt. Die Band selbst nennt ihre Musik „Istanbul Rock’n’Roll“, andere sagen „Oriental Dub“ dazu: ein Mix aus türkischen Folk-Elementen und elektronischen Grooves, angereichert durch Theater und Bauchtanz. Jaune Toujours aus Brüssel verkörpert seit 25 Jahren ebenfalls eine explosive Mixtur von Balkan bis Reggae. Und Hajnal schließlich, ein Quintett aus Stuttgart, bringt arabische Elemente mit klassischen Klängen von Henry Purcell in Kontakt.