Anlagenmechaniker/-in für Gebäude- und Energietechnik ist der neue Name für den Berufsnachwuchs der Installateure. Besser bekannt sind noch die alten Bezeichnungen Gas- und Wasserinstallateur, Heizungsbauer oder Lüftungs- und Zentralheizungsbauer. Die Experten für Gebäudeinstallationen sind weiter gesucht. Gemeinsam mit anderen Handwerken sind sie es, die die Energiewende und großen Ziele der Energiepolitik umsetzen und bis in jedes Gebäude respektive jede Wohnung tragen.

Die Branche ist mit dem wirtschaftlichen Verlauf 2014 nicht unzufrieden. Allerdings ist von Euphorie nichts zu spüren. Das Tempo der energetischen Modernisierung, insbesondere auch der Heizungsmodernisierung, lässt weiterhin zu wünschen übrig. Die Installateure sehen die Gründe dafür auch in der Verunsicherung der Haus- und Grundstücksbesitzer, so Innungsobermeister Joachim Stenzel. Immer neue Vorgaben technischer, rechtlicher oder organisatorischer Art verunsichern derart, dass viele auf jegliche Modernisierung zunächst verzichten. Aktuell spüren die Installateure dies im Zusammenhang mit den demnächst in Kraft tretenden Vorschriften zu einer erhöhten Nutzung regenerativer Energien. Anders als von der Politik erwartet, gibt es deshalb keinesfalls einen Run zur Heizungsmodernisierung, sondern eine starke Zurückhaltung. Die geforderten 15 Prozent regenerativer Energien sind in vielen Fällen nicht oder nur schwer und mit einem enormen wirtschaftlichen Aufwand zu erbringen. Angesichts moderater Energiepreise dürfte auch der Handlungsdruck nachgelassen haben.

Trotz dieser aktuellen Zurückhaltung sind die Betriebe insgesamt sehr zuversichtlich. Langfristig sehen sie sich auf einem guten Weg. Die Betriebe investieren viel in die laufende Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter, um den gesteigerten Anforderungen gerecht zu werden. Die Betriebe sind auch an einer weiteren Optimierung der Ausbildung interessiert. Es finden intensive Kontakte zwischen der Innung, den Ausbildungsbetrieben, sowie den beruflichen Schulen und der überbetrieblichen Ausbildung statt. Ziel ist es die Ausbildung möglichst effizient und praxisgerecht zu gestalten.

Kritisch sehen die Betriebe den geplanten Fortbildungsurlaub. Aus ihrer Sicht ist dies eine neue völlig unnötige bürokratische Last. Die Betriebe und ihre Mitarbeiter haben ein ureigenes Interesse an der Qualifizierung. Es ist keine neue staatliche Stelle notwendig, die regulierend tätig wird. Letztendlich führt dies nur zu einer weiteren Verteuerung der handwerklichen Leistung.

Der Mindestlohn bereitet den Betrieben in der Praxis wenig Probleme; sie fordern aber eine dringende Überarbeitung der Aufzeichnungsvorgaben. Aus Sicht der Installateure hat der Gesetzgeber mit der Aufforderung zur Dokumentation der Arbeitszeit über das Ziel hinausgeschossenen. Sie begrüßen deshalb die diskutierten Pläne zu einer praxisgerechteren Ausgestaltung der Aufzeichnungsvorschriften.