Mit einer Eröffnungsfeier wurde dieser Tage die neue Zentralküche des gemeinnützigen Integrationsunternehmens Insiva GmbH in Rappertshofen eingeweiht. Die Firma beschäftigt derzeit 75 Arbeitnehmer im Betreiben von Frischküchen rund ums Catering. 40 Prozent davon sind Menschen mit Behinderung. Das Catering sei für Behinderte ein "guter Arbeitseinstieg", findet Friedrich Haselberger, Prokurist der Firma Insiva. Die Gemeinschaftsverpflegung biete eine Vielfalt an "Arbeitsplätzen für behinderte Menschen mit unterschiedlichen Leistungsmöglichlkeiten".

Der Direktor des Landeswohlfahrtverbandes Württemberg-Hohenzollern und Bauherr der Großküche, Prof. Roland Klinger, betonte, dass es Insiva neben dem Essen auch vor allem darum ginge, "Menschen mit Behinderung zu beschäftigen und ihnen somit Perspektiven zu gewähren". Die neue Küche bezeichnete Klinger als einen "mutigen Schritt" zur Erweiterung der Kapazitäten, denn "jedes Essen schafft Beschäftigung für Menschen mit Beeinträchtigung".

Die moderne Großküche ermöglicht eine Produktion von über 4000 Mahlzeiten täglich. Das Unternehmen schaffe eine "Brücke von den Werkstätten in den ersten Arbeitsmarkt für Behinderte", die Inklusion werde "an diesem Ort verwirklicht". Die Großküche als "künftiges Herzstück" sei eine "einzigartige Chance für inklusive Formen der Beschäftigung in allen Bereichen der Küche", findet auch der Sozialdezernent des Kreises, Andreas Bauer. Sie biete durch "anspruchsvolle Aufgaben" eine "sinnvolle Tagesstruktur für alle". Joachim Kiefer, Geschäftsführer der Insiva GmbH, nannte die neue, moderne Küche zudem ein "Symbol für die Weiterentwicklung Rappertshofens", da man sich nun "nach draußen öffnet", wo der Ort früher eher zur "Eingrenzung" von Menschen mit Behinderung genutzt wurde.

Die Ehre bei der Eröffnungfeier gab sich auch Oberbürgermeisterin Barbara Bosch. Das Thema "gutes Essen und Trinken" findet sie sehr wichtig, denn es "hält Leib und Seele zusammen" und "trägt zur Lebensqualität bei". In Reutlingen sei es eine "langjährige Tradition", Menschen mit Speisen zu versorgen, sei es früher im Spitalhof oder jetzt in der Vesperkirche und nun auch durch den "aktiven und innovativen" Partner Insiva. Zum Kundenkreis des Unternehmens gehören Schulmensen, Betriebsrestaurants und vor allem Kindertagesstätten, in welchen viel Wert auf "ausgewogenes und qualitativ gutes Essen" gelegt werde.

Die Speisen, die in Insiva-Küchen zubereitet werden, seien auf "gutem qualitativem Niveau" und Bosch habe bis jetzt "nur Positives" über den "jüngsten Spross" gehört. Sie finde es zudem richtig, dass Menschen mit Beeinträchtigung aktiv ins Arbeitswesen "eingebunden" werden und "keine Sonderbehandlung" erfahren. Für die Zukunft wünsche sie der Firma Insiva viel Erfolg und "Glück an den Töpfen".

Küchenleiter Alexander Rager, der von nun an in der neuen Zentralküche das Sagen hat, findet, diese sei "ein Traum für jeden Koch". Die neusten Techniken, die die Küche aufweise, ermöglichen ein "Arbeiten ohne Probleme". Es sei zwar eine "immense Herausforderung", täglich neue Mahlzeiten in riesigen Mengen zuzubereiten, jedoch werde man diese dank der Küchentechnik und dem eingespielten Team meistern.