Reutlingen In Form und Farbe

Jacqueline Wanner vor ihrer Arbeit "Farbwald" aus dem Jahr 2014.
Jacqueline Wanner vor ihrer Arbeit "Farbwald" aus dem Jahr 2014. © Foto: Ulrike Franz
Reutlingen / ULRIKE FRANZ 15.05.2015
Gleich an zwei zentral gelegenen Orten eröffnete die Künstlerinnen-Initiative Gedok am Dienstagabend eine Gemeinschafts-Ausstellung. Der Titel lautet "Gedok in Form und Farbe" - vielschichtig vernetzt.

Es war eine doppelte Eröffnung: Um 19 Uhr in der VHS und um 20 Uhr nebenan in der Stadtbibliothek konnten die Besucher einen Gesamtüberblick bekommen - und zwar über die neuesten Arbeiten regionaler Gedok-Mitglieder.

Zur Eröffnung gab's von Reutlinger Musikschülern erfrischende Darbietungen. Ob sechshändig am Piano wie Jule Brosch, Jana Schlein und Tan-Elias Deile oder im Klarinettenquartett mit Joshua Ruopp, Juliane Grundler, Leonie Wolf und Jannik Seif: Die Nachwuchsmusiker - die jüngsten waren grade mal neun - rissen das Publikum zu begeisterten Ovationen hin.

Eine kurzweilige Laudatio hielt Thomas Becker für den ersten Teil der Ausstellung in der Volkshochschule: "Von A wie Albeck bis Ypsilon wie Yanagiya" - keine der auf der zweiten Etage vertretenen 19 Künstlerinnen ließ er aus.

Ebenso spritzig und kenntnisreich erzählte Barbara Krämer über die 16 in der Stadtbücherei vertretenen Künstlerinnen, alphabetisch, jedoch diesmal nach Sparten geordnet und gewürzt mit ein paar unterhaltsamen Bezügen zum globalen Kunst-Geschehen: etwa zur kürzlich eröffneten 56. Biennale in Venedig oder zum Rekordpreis für einen so eben versteigerten Picasso. Bewusst allgemein und offen gehalten war ja der Titel dieses Gesamtüberblicks: "in Form und Farbe". Damit konnte der gesamten Bandbreite aktuellster Arbeiten in allen Sparten der Malerei, Graphik, Collage, Skulptur, Fotographie, Weberei, Schmuck und Keramik berücksichtigt werden.

Einige Künstlerinnen, wie Heidi Degenhardt mit zarten Porzellangefäßen ("Lichtfänger") oder Margarete List mit ihren in harmonischen Blau- und Grüntönen gehaltenen Collagen und Plastiken sind in beiden Häusern vertreten. Ebenso die beiden Neuzugänge, Jacqueline Wanner und Dr. Gerburg Stein. Beide überzeugen mit interessanten Mischtechniken oder großformatigen, mehrteiligen Arbeiten. Zwischen Malerei und Plastik, den Dimensionen Fläche, Raum und Zeit vermittelt Lissi Maier-Rapaport mit einem zarten, in frühlingshaften Tönen gehaltenen Mosaik "Weiße Zeit" von 2014.

Als eine "ganz eigene und etwas besondere Ausstellung" lobte die erste Vorsitzende Agnete Bauer-Ratzel die Schau in ihrer Begrüßung: eine stolze Präsentation der neuesten Erzeugnisse, vielschichtige Arbeiten, direkt aus den Ateliers der Gastgeberinnen der in Kürze anstehenden Gedok-Bundestagung (siehe Info unten links).

Und dies genau dort, wo sich die Vertreterinnen der 26 Regionalgruppen im Juni treffen und gemeinsam die aktuellste kulturpolitische Ausrichtung dieser 1926 gegründeten Künstlerinnen-Organisation erarbeiten werden: in den Räumen der Volkshochschule.

Besonders entgegenkommend wirkt im Fall dieser Gesamtschau die nachbarschaftliche Verbundenheit mit der Stadtbibliothek - sie hat zwei weitere Etagen zu bieten, die sich besonders gut für Gemeinschaftsausstellungen eignen.

Nach Reden und Musik folgte der genauso wichtige gesellige und gastronomische Teil einer gelungenen Vernissage. An einem üppigen Buffet in der Musik-Bibliothek konnten sich die Gäste zu guter Letzt auch von den Kochkünsten der Gedok-Künstlerinnen und der Qualität von Agnete Bauer-Ratzels ausgesuchten Weinen überzeugen.

Ausstellung - Orte - Öffnungszeiten - Ausblick

Gedok in Form und Farbe Ausstellung in der VHS und Stadtbibliothek Reutlingen.

· VHS: bis 22. Juni. Montag bis Donnerstag 8.30 bis 12.30 und 14 bis 18.45 Uhr, Freitag 8.30 bis 12.30, Samstag 8.30 bis 12 Uhr.

· Stadtbibliothek: bis 11. Juli. Dienstag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr.

Ausblick Die Bundestagung der Gedok steigt dann von 12. bis 14. Juni in Reutlingen. Am 12. Juni, 17 Uhr, wird der Klaus-Oschmann-Preis in der Stadthalle verliehen, um 19 Uhr eröffnet in der Städtischen Galerie eine Ausstellung. Am 13. Juni, 20 Uhr, folgt in der Stadthalle ein Konzert: eine musikalisch-literarische Begegnung.

SWP