Eningen In Diensten der Veronika

Alle Mitarbeiter des Hospizes bekamen als Dankeschön eine Rose von Ulrich Hufnagel (rechts). Foto: Anne Leipold
Alle Mitarbeiter des Hospizes bekamen als Dankeschön eine Rose von Ulrich Hufnagel (rechts). Foto: Anne Leipold
Eningen / EVA KURZ 27.03.2012
Zum zehnjährigen Bestehen des Hospizes Veronika luden jetzt die Einrichtung und deren Förderkreis zu ihrer Festveranstaltung in die Liebfrauenkirche ein. Zum Jahrestag ist eine Jubiläumsschrift erschienen.

Das Hospiz begleitet und pflegt schwerkranke Menschen während des letzten Lebensabschnittes. Getragen wird die Einrichtung von der Paul-Wilhelm-von-Keppler-Stiftung. Eduard Becker, Regionalleiter des Hospizes, führte durch das Programm und begrüßte das Publikum mit einem Rückblick in das Jahr 2002. Neben großen Ereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft und der Euro-Einführung sei in diesem Jahr eben auch das Hospiz in Eningen gegründet worden.

Dekan Robert Widmann wies auf die Bedeutung der Namensgeberin der Einrichtung hin. Veronika linderte die Leiden Jesu auf dem Kreuzweg - sie legte ihm ein kühlendes Tuch auf das schmerzende Gesicht. Dies solle nicht einfach nur als eine Legende verstanden werden, sondern als Beruf und Berufung in der heutigen Zeit, wie der Seelsorger betonte. So solle auch der Jubiläumstag alle Menschen dazu ermutigen, in den Dienst der Veronika zu treten.

Ein Grußwort sprach Dr. Alfons Maurer, Vorstand der Paul- Wilhelm-von-Keppler-Stiftung. "Die Anleitung zum Leben ist wie die Anleitung zum Sterben", sagte der Diplom-Theologe und erklärte weiter, dass dies der Hintergrund für die Gründung des Hospizes vor zehn Jahren gewesen sei. Die Einrichtung sei ein Zeugnis der Nächstenliebe, der Zuwendung, der Achtung und Achtsamkeit gegenüber anderen, in der Hospizmitarbeiter schon weit über 1000 Menschen begleiteten.

Landrat Thomas Reumann brachte seine Anerkennung und tief empfundenen Respekt für alle Beteiligten zum Ausdruck. So dankte er für die große Einsatzbereitschaft, den Mut und die gelebte Nächstenliebe. Mit der Arbeit des Hospizes sei ein Tabu unserer Gesellschaft gebrochen worden, nämlich das Tabu, über den Tod zu sprechen. Für ihn sei die Einrichtung ein Ort des Lebens, denn das Sterben gehöre zum Leben dazu. Als Wertschätzung für die überaus professionelle Arbeit in Eningen sicherte Reumann weitere finanzielle Unterstützung zu.

Ebenso waren die Grußworte von Eningens Bürgermeister Alexander Schweizer voll des Dankes und der Anerkennung für die Leistungen des Hospizes. Der Tod könne oft ein langer und schwieriger Weg sein und da sei es beruhigend zu wissen, dass sich "Fachleute" um diesen kümmern würden. So solle auch in Zukunft das Hospiz den letzten Lebensabschnitt würdig gestalten.

Dr. Friedrich Vollmer, der Vorsitzende des Förderkreises Hospiz Veronika, machte zwei Zusagen. So versicherte er, dass der Förderkreis sich auch in den kommenden Jahren für das Wohl des Hospizes und die Belange der Mitarbeiter einsetzen würde. Laut Satzung des Vereines sei es eine Aufgabe, Geldmittel für die Einrichtung zu sammeln, und somit lautete die zweite Zusage, dass sämtliche Mitgliedsbeiträge aus dem Jahr 2011 an das Hospiz übergeben würden, was mit großem Applaus honoriert wurde.

Den zweiten Teil der Veranstaltung bestritt der Theologe und Soziologe Günter Niehüser mit seinem Vortrag zum Thema "Geistliche Begleitung als Herausforderung in der Hospizseelsorge". Bei der geistlichen Begleitung handle es sich um einen "Trialog", also ein Gespräch zwischen zwei Menschen und Gott. Doch sei diese Art von Gespräch und Kontakt weit weniger fromm, als angenommen werden könnte. Schließlich stehen unbedingt der sterbende Mensch und dessen Bedürfnisse im Mittelpunkt. Die Vermittlung von Glaubensinhalten erfolge nur auf dessen expliziten Wunsch.

Abschließend präsentierte der Hospizleiter Ulrich Hufnagel die für das Jubiläum zusammengestellte Festschrift. Darin seien Beiträge von Mitarbeitern oder Gästen zu finden, die ein Bild vom Hospizleben vermitteln sollen. So könne auch die Öffentlichkeit Einblicke in die Einrichtung und deren Tätigkeiten gewinnen.

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