Na, das gibt jetzt wohl einen blauen Popo, aber mehr ist ja zum Glück nicht passiert!“ Isa Fetzer, die zusammen mit Jochen Stütz die Rennen vor rund 500 Besucher kommentierte, musste zum Glück nur wenige Stürze vermelden. Denn immer wieder wurde den 120 jungen Teilnehmern bei der Nordic Trophy am Samstag übers Mikrofon klargemacht: „Ihr müsst nicht gleich nach dem Ziel abbremsen, auf der Strecke gibt es noch genügend Auslauf“.

Das galt für die ganz jungen Läufer, die auf ihren Inlinern bereits beachtlich schnell unterwegs waren. Viele der Fünf- bis Zehnjährigen trugen auf dem 600 Meter langen Parcours Knieschoner – und waren mit großem Eifer und viel Können unterwegs. Die Nordic Trophy, am Sonntag war Skispringen auf der Schanze beim Waldcafé angesagt, hatte erneut die Skiabteilung des VfL Pfullingen organisiert. Die war an beiden Tagen mit rund 130 Helfern vor Ort.

Im Pflug bremsen

Das mit dem Bremsen galt für die jugendlichen Rollski-Athleten freilich nur bedingt, denn dieses Sportgerät lässt sich eigentlich nicht so richtig abbremsen; es sei denn, man grätscht einen Pflug, ähnlich wie bei Langlaufskiern, was aber nur besonders geübte Läufer machen.

Achsabstand 53,1 Zentimeter, 1,6 Kilogramm Gewicht: Alle der jugendlichen Läufer mussten, so ist das immer, identisches Sportgerät nutzen. Da sie im Wettbewerb also nicht auf ihren eigenen Rollerskiern durch die Pfullinger Innenstadt flitzen durften, gab es einen Servicepunkt, wo die normierte Gerätschaft für die Rennen verliehen wurde.

 „Mit dieser Veranstaltung hat sich der VfL einen Namen gemacht“, sagte zur Begrüßung am Samstagnachmittag VfL-Präsident Sven Schauenburg. Der dankte auch den vielen Helfern und dem Organisationsteam um Laura Schmauder sowie Ski-Abteilungsleiter Gunter Vollmer. Start und Ziel des Citysprints war der Laiblinsplatz, wo es auch Essen und Getränke für Sportler und Zuschauer gab. Der Racetrack führte Inliner und Skiroller über die Klosterstraße und die Große Heerstraße zurück zum Ausgangspunkt. Dort gab es vor jedem Lauf effektvolle Nebelschwaden. Nach der Vorstellung der Starter fiel, wie bei den Profis, der Startschuss aus der Pistole. Apropos Profis: Die gibt es im eigentlichen Sinne bei dieser Disziplin nicht. Dennoch gibt es in der Szene bundesweit bekannte Cracks, von denen einige auch in Pfullingen wieder dabei waren. Das Treffen lockt regelmäßig  zahlreiche Kaderathleten des Deutschen Skiverbandes aus der Nordischen Kombination und Hochkaräter aus den Bereichen Biathlon oder dem Langlauf auch an die Echaz. Der Event wurde heuer erstmals auch im Kalender der SBW-Trophy aufgeführt, das sind die Skiverbände Baden- Württemberg.

Ohne Schlaglöcher

Die Sprint-Sportler trafen am Samstag nicht nur eine perfekte, trockene und schlaglochfreie Piste an, sondern auch angenehme 24 Grad. Bei den Jugendlichen floss nach zwei schnellen Runden und 1,2 Kilometern ordentlich Schweiß – und bei den jüngeren Sprintern flossen hier und da auch Tränen. Mit viel Ehrgeiz hatten sie sich vorbereitet, doch für manche war halt dann doch nach den Vorläufen Schluss.

Am Ende siegte im Hauptlauf der  Herren-Klasse der Vorjahreszweite Moritz Waidelich aus Enzklösterle im Schwarzwald vor seinem Bruder Benjamin. Die 1200 Meter bewältigte Moritz in zwei Minuten und 24,53 Sekunden. Benjamin, der sich 2018 den Titel in Pfullingen geholt hatte, brauchte 3,35 Sekunden mehr. Thomas Zössmaier  vom VfL Pfullingen – 31 Sportler hatte der Verein insgesamt aufgeboten, belegte bei den Herren Platz vier.