Pliezhausen In der Liebe vereint

Pliezhausen / MARA SANDER 15.10.2014
Kurt und Lieselotte Deile aus Pliezhausen feiern heute diamantene Hochzeit. Ihren gemeinsamen Lebensweg können sie wegen Krankheit nicht mehr wandernd erleben, aber sie sind dankbar für jeden Tag.

Mit solchen Einschränkungen hatten sich der ehemalige Rektor der Schulen in Häslach und Pliezhausen, Kurt Deile, und seine Frau Lieselotte ihre diamantene Hochzeit nicht vorgestellt, aber sie sind sehr dankbar, dass sie diesen Tag noch gemeinsam erleben dürfen. Die Krankheit des ehemaligen Rektors verhindert, dass sie weiter gemeinsam wandern können wie seit 60 Jahren.

Beim Wandern haben sie sich nämlich kennengelernt. Allerdings beschloss die junge Frau nach der neunstündigen, anstrengenden Wanderung: "Mit dem gehe ich nie wieder wandern." Aus dem Vorsatz ist ein gemeinsamer Lebensweg mit vielen Wanderungen geworden, denn Deile hat für seinen Jahrgang und den Albverein viele Kultur- und Wanderfahrten organisiert.

"Damals haben wir das noch nicht so geschätzt, alles für selbstverständlich genommen", erinnern sie sich an die Zeit ohne Bewegungseinschränkungen. Drei Mal die Woche hat Deile beispielsweise noch Tennis gespielt, bis den sportlichen Nichtraucher im Mai vergangenen Jahres die Luft ausging und ihn die Diagnose Lungenfibrose wie ein Keulenschlag traf und in den Ruhesessel zwang. "Am Anfang war es schwer, heute habe ich es angenommen", so der 84-Jährige zu der veränderten Situation. Nur einen Wunsch hat er noch: "Eine Fahrt in den Schönbuch." Das und die Schwäbische Alb sind seine Lieblingsgebiete, obwohl er viele schöne Landschaften in ganz Europa entdeckt hat.

Heute feiern sie mit ihren vier Kindern, acht Enkeln und einem Urenkel ihren Festtag der Liebe gemäß dem Lebensmotto des früheren "Dorfschulmeisters": "Der heutige Tag ist der erste meines mir noch verbleibenden Lebens." Seiner Frau macht er nach 60 Jahren Ehe eine große Liebeserklärung: "Sie ist mein Engel." Kraft für ihren Alltag finden sie neben der Liebe im Glauben. "Wir sind dankbar für jeden Tag, und dass der Herrgott bei uns ist." Außerdem gibt es nicht nur an ihrem großen Ehrentag "viele Menschen, die uns Freude machen".