Pfullingen In der Erkundungsgruppe zum Helfer

Info-Material und jede Menge Fachwissen hatten die Beratungs-Experten bei der Börse zu bieten.
Info-Material und jede Menge Fachwissen hatten die Beratungs-Experten bei der Börse zu bieten. © Foto: Evelyn Rupprecht
Von Evelyn Rupprecht 08.12.2018

Vielleicht habt Ihr ja jemanden unter Euren Freunden, der keinen Bock mehr hat, zu leben?“: Die Frage scheint die Jugendlichen, die an diesem Vormittag in die Mensa der Wilhelm-Hauff-Realschule (WHR) gekommen sind, ziemlich aufzurütteln. Sie tuscheln oder senken die Köpfe – aber unberührt lässt die Frage, die die Vertreterin des Arbeitskreises Leben in den Raum gestellt hat, wohl keinen. Dabei ging es bei der vierten Beratungsbörse Jugendthemen am Freitag genau darum: Schüler zu sensibilisieren für die eigenen Probleme oder die der anderen und dann zu erfahren, wo sie sich Rat holen können.

Bereits zum vierten Mal haben sich die Pfullinger Jugendreferentin von Pro Juventa, Julia Hildebrand, und Vertreter des Gymnasiums und der Realschule, die sich bei der Organisation abwechseln, zusammen getan, um eine Beratungsbörse zu stemmen. Und erneut waren es zwölf Einrichtungen – angefangen bei der Arbeitsagentur über die Drogenberatungsstelle und Pro Familia bis hin zum Weißen Ring –,  die Stände mit massig Info-Material aufgebaut hatten.

Einer der Ansprechpartner, Detlev Rimkus von der Psychologischen Beratungsstelle Reutlingen, war denn auch erstaunt, „wie besonders groß das Interesse der Jugendlichen in diesem Jahr ist und wie vorsichtig sie sich teilweise mit ihren Anliegen vortasten“. Vor allem zu den Menschen- und Tierfiguren, die Rimkus und seine Kollegin aufgebaut hatten, gab’s Fragen über Fragen.  „Mit den Figuren stellen wir die Familiensituation dar. Das sind Vater, Mutter und Kind oder auch dessen Geschwister“, erläuterte der Berater, der am Freitagvormittag wie alle anderen Experten vier Stunden lang Rede und Antwort stand – und das insgesamt 340 Jungen und Mädchen. Aus 120 Jugendlichen bestand die „Erkundungsgruppe I“ vom Friedrich-Schiller-Gymnasium, 170 Jungen und Mädchen waren es von der WHR und in der dritten Gruppe kamen 50 Achalmschüler aus dem benachbarten Eningen zum Zug.

Wichtigstes Ziel der Veranstaltung: Die Jungen und Mädchen sollten erfahren, welche Beratungsstellen es im Umkreis gibt, bei welchem Thema sie sich an welche Einrichtung wenden und vor allem wie sie diese erreichen können. Oder wie es WHR-Rektor Jochen Wandel ausdrückte: „Das Leben läuft nicht immer geradlinig von A nach B. Manchmal macht es einen Umweg und geht anders als geplant weiter. Und dafür gibt es Hilfestellungen“.

Wie diese Hilfestellungen aussehen können, erfuhren die drei Erkundungsgruppen jeweils im 60-Minuten-Takt, in den auch genug Zeit eingeplant war, um entsprechende Fragebogen auszufüllen, die dann wieder zu Diskussionen anregten.

Dass der Aufwand, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen, ziemlich groß ist, „sich aber auch wirklich lohnt“, betonte Regina Groth, Schulsozialarbeiterin an der WHR.

Viele der Jugendlichen sahen’s ähnlich. Eine Neuntklässlerin, die angesichts des Beratungsangebots in der Realschul-Mensa ins Staunen geriet, befand jedenfalls, „dass es da ziemlich viele Leute gibt, die dir helfen können und von denen wir bisher gar nichts wussten“.

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