Pfullingen In 22 Jahren viel bewegt

Mit dem früheren Bürgermeister Rudolf Heß verbinden Dr. Ulrich Zimmermann (rechts) über zwei Jahrzehnte gemeinsame Arbeit im Gemeinderat.
Mit dem früheren Bürgermeister Rudolf Heß verbinden Dr. Ulrich Zimmermann (rechts) über zwei Jahrzehnte gemeinsame Arbeit im Gemeinderat. © Foto: Archiv/FWV
Pfullingen / EVELYN RUPPRECHT 02.12.2015
Nach 22 Jahren im Gemeinderat kündigt der FWV-Fraktionssprecher und stellvertretende Bürgermeister Dr. Ulrich Zimmermann nun zum Jahresende seinen Rückzug an. Das allerdings nicht leichten Herzens.

Schnell ist Zimmermanns Entscheidung, sich aus dem Gemeinderat und auch aus dem Kreistag zu verabschieden, wahrlich nicht gefallen. "Ein Jahr lang habe ich darüber nachgedacht", sagt der Facharzt.

"Endlich mal keine Termine mehr haben, keinen Zeitdruck, keinen Stress" - so stellt er sich seine Zukunft vor. Irgendwann im nächsten Jahr möchte er an den Bodensee umziehen. "Und dort den größten Teil meines Lebensabends verbringen", schaut Zimmermann auf seine Zeit als Rentner voraus.

Rückblickend wird er dann 33 Jahre als Facharzt in Pfullingen gearbeitet und neben der beruflichen 80-Stunden-Woche auch noch eine aufwendige ehrenamtliche Tätigkeit gestemmt haben. Seit 22 Jahren ist er Mitglied des Gemeinderates, immer wieder wurde er mit hohen Stimmzahlen im Amt bestätigt und war nicht zuletzt deshalb Fraktionssprecher und stellvertretender Bürgermeister. "Eine Zeit lang wurde ich sogar das linke Gewissen der FWV genannt", erzählt er - und muss schmunzeln. Denn als "links" habe er vor allem deshalb gegolten, weil er sich für Kindergärten und Schulen eingesetzt habe.

Was für ihn die prägendsten Momente in über zwei Jahrzehnten Kommunalpolitik waren? "Der Bau der Sporthalle". Über den habe er schließlich schon viele Jahre vor dem Baubeschluss mit Theo Götz gesprochen. Und die Freibadsanierung - die, findet Zimmermann, "war auch eine schöne Geschichte". Vor allem weil die FWV verhindert habe, dass ein Naturbad gebaut wurde. "Einer der nettesten Momente war dann, als wir bei der Wiedereröffnung alle der Reihe nach ins Becken gesprungen sind", erinnert er sich.

Es war "eine lange Zeit, in der einiges passiert ist, in der einiges bewegt wurde, in der viel Geld umgesetzt wurde und in der ich nach bestem Wissen und Gewissen mitgewirkt habe", erklärt der FWV-Sprecher, der bei der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal eine kurze Haushaltsrede gehalten und die FWV-Anträge vorgetragen hat - das allerdings nur, weil Sven Schauenburg, der für den Part vorgesehen war, an dem Abend verhindert war. Sein kommunalpolitisches Engagement wird er "aus persönlichen, aus gesundheitlichen Gründen" beenden. So habe ihn in diesem Jahr leider seine "bis dato wirklich gute Gesundheit und Konstitution im Stich gelassen", begründet er seinen Rückzug in einem Schreiben an Bürgermeister Michael Schrenk, der sich sicher ist, dass Zimmermann "dem Gremium und auch der Kommunalpolitik fehlen wird.".

Jetzt will der FWV-Mann, der die Finanzpolitik als sein Hobby bezeichnet, das Privatleben genießen und sich seinen fünf Enkeln widmen. Mit seinem Abschied bekommt die Stadt indes ihren ersten weiblichen Bürgermeister-Stellvertreter. Es ist Christine Böhmler. Im Gemeinderat wird Renate Wolf, die schon einmal im Gremium war, in den FWV-Reihen nachrücken.