Das Wort "Cyber-Grooming" setzt sich aus dem englischen Wort "to groom (= zurechtmachen, vorbereiten) und dem Wort Cyber also umgangssprachlich Computer/Internetwelt, zusammen. "Cybergrooming" bedeutet, das gezielte Ansprechen von Personen im Internet mit dem Ziel der Anbahnung sexueller Kontakte.

Viele Kinder und Jugendliche die in Chatrooms unterwegs sind, kennen das. Die Statistik sagt, dass die Hälfte der Jugendlichen im Netz schon diese Erfahrungen gemacht haben, dass sie in Chats von völlig fremden Personen sexuell angemacht werden. Denn durch das Internet kann ein Täter Kinder und Jugendliche direkt ansprechen, vorbei an Eltern oder sonstigen Erwachsenen.

Dass vor allem Kinder in solchen Situationen erstmal neugierig und interessiert, aber gleichzeitig auch völlig überfordert und verunsichert sind, ist nachvollziehbar. Täter, also Erwachsene, nutzen diese Unsicherheit aus.

Es gibt Täter, die kommen gleich zur Sache, verwickeln Kinder relativ schnell in ein Gespräch über Sex und testen aus, wie weit sie ihr Opfer manipulieren können.

Es gibt Täter, die sehr planvoll und langsam vorgehen. Die geben sich im Netz als Gleichaltrige aus und bieten sich Kindern und Jugendlichen als verständnisvolle Freunde an.

Wenn also ein Kind oder Jugendlicher in der realen Welt Probleme mit Gleichaltrigen oder den Eltern hat und plötzlich im Chat jemand auftaucht, der zuhören kann, der das Kind oder den Jugendlichen versteht, der weiterhelfen kann, dann ist es sehr nachvollziehbar, dass das Kind oder der Jugendliche zu dieser Person Vertrauen aufbaut.

Eine falsche Identität ergänzt den Schwindel. Die Täter spüren oft sehr genau, was dem Kind oder dem Jugendlichen fehlt, sei es Anerkennung oder einfach nur Verständnis. Kinder und Jugendliche vertrauen den vermeintlichen Freunden auch das eine oder andere kleine Geheimnis an. Und damit werden sie dann erpressbar. Irgendwann - vielleicht nach einem halben Jahr - wenn die Beziehung sehr gefestigt ist, fängt der Täter dann an, das Kind oder den Jugendlichen mit den kleinen Geheimnissen zu erpressen oder es werden Freundschaftsbeweise gefordert - in Form eines Nacktfotos oder das Kind soll sich vor der Webkamera ausziehen.

Lässt sich das Kind oder der Jugendliche darauf ein, dann ist es erst recht erpressbar. Solche Bilder gelangen ganz schnell in kinderpornografische Tauschbörsen im Internet. Wenn ein Foto einmal im Internet gelandet ist, denn bleibt es dort für immer.

Für Eltern und Pädagogen ist es eine große Herausforderung, die Kinder mit dieser Problematik nicht alleine zu lassen. Und für Kinder ist es oft sehr schwierig, sich in dieser Situation Hilfe zu holen. Sie haben jemandem vertraut, der dieses Vertrauen schamlos ausgenutzt hat, nur um sich selbst sexuell zu befriedigen, um Macht auszuüben.

Für Kinder bedeuten sexuellen Übergriffe die absolute tiefgreifende Verletzung der Privat- und Intimsphäre.

Aus diesem Grund hat Wirbelwind das Präventionsprojekt "Bad Klicks", das von der "Aktion Mensch" gefördert wird, ins Leben gerufen.

In Workshops an Schulen, bei Vereinen oder Jugendgruppen sollen die Kinder und Jugendlichen über die Gefahren des Cybergroomings aufgeklärt und den Kindern und Jugendlichen Handlungskompetenzen vermittelt werden.

Der Verein Wirbelwind ist zu erreichen unter Telefon: (07121) 284927 oder über Handy (0177) 4805430 oder per E-Mail: mail@wirbelwind-reutlingen.de; Internet: www.wirbelwind-reutlingen.de.