Reutlingen Immobilien überholen Tagesgeld

Elke Schröter, 43 Jahre, ist Marktgebietsleiterin für Privat- und Firmenkunden. Foto: Anne Leipold
Elke Schröter, 43 Jahre, ist Marktgebietsleiterin für Privat- und Firmenkunden. Foto: Anne Leipold
ANNE LEIPOLD 27.03.2014
Digitalisierung und Immobilien waren starke Themen im vergangenen Jahr bei der Deutschen Bank. Außerdem kümmert sich die Bank verstärkt um mittelständische Kunden, sagt Elke Schröter im Gespräch.

Die Reutlinger Filiale der Deutschen Bank, die vergangenes Jahr rund 23 000 Privat- und Firmenkunden betreute, hat sich neu aufgestellt. Neben Berthold Huke ist nun Elke Schröter Leiterin des Marktgebiets Neckar-Alb. Das Team wird ab April durch eine dritte Person verstärkt, Weiteres verriet Schröter, die die Zahlen aus 2013 bekannt gab, indes nicht. Sie selbst ist 43 Jahre alt, im August diesen Jahres nunmehr 25 Jahre für die Deutsche Bank tätig, ihr gesamtes Berufsleben also. Ihr Bereich ist das Finanzierungsgeschäft, sie betreut die Privat- und Firmenkunden. Und in diesem Bereich krempelt die Deutsche Bank um. Das gesamte Finanzierungsgeschäft mit mittelständischen Unternehmen soll bei der Deutschen Bank weiter ausgebaut werden, indem diese Kunden im erweiterten Geschäftsbereich Privat- und Firmenkunden gebündelt werden. "Jetzt haben wir das in einer Hand", sagt Schröter.

Daneben dominierten im vergangenen Jahr zwei Themen stark das Geschäft der Reutlinger Filiale. Ein starkes ist die Digitalisierung. "90 Prozent unserer Kunden kontaktieren uns im normalen Kundengeschäft online, per Telefon- oder Mobilebanking". Gerade junge Leute legten Wert auf einen Online-Zugang und das mobile Bankgeschäft.

Auch informierten sich die Kunden im Internet gründlich über mögliche Investitionen. Dennoch: Bei den individuellen Detailfragen werde nach wie vor die persönliche Beratung gesucht, etwa beim Immobilienerwerb oder einem langfristigen Finanzierungsaufbau. "Der Kontakt wird sich verändern, weg vom Service hin zum klaren Beratungsfokus", sagt sie. Dafür stünden in der Reutlinger Filiale nach wie vor 35 Mitarbeiter bereit.

Zweites großes Thema ist das Immobiliengeschäft. Dieses habe das Tagesgeld als Geldanlage überholt, so Schröter. Ein Geschäft, das in Reutlingen ungebrochen floriere: "Da war ein klarer Trend auf das Baufinanzierungsgeschäft." So stieg das Baufinanzierungsvolumen 2013 um 4,4 Prozent an und zwar auf 230 Millionen Euro. Auch für 2014 zeichne sich dieser Verlauf ab.

Insgesamt ist das Geschäftsvolumen von 712 auf 720 Millionen Euro angewachsen. Negative Schlagzeilen über die Firmenzentrale in Frankfurt wirkten sich lokal nicht aus, sagte Schröter. Der Kunde spreche dies an und frage nach, unterscheide aber zwischen überregionalem Geschehen und dem Geschäft vor Ort.

Auch das Wertpapiergeschäft entwickelte sich positiv. Es stieg um drei Prozent auf 244 Millionen Euro an, obwohl noch nicht viele deutsche Anleger an den gestiegenen Aktienkursen partizipierten. Allgemein seien die Deutschen da sehr zurückhaltend, sagte Schröter, nur sieben Prozent würden in Aktien investieren, wohingegen in Europa jeder Dritte und in den USA jeder Zweite auf Aktien setze. Jedoch beobachtet Schröter eine vorsichtige Rückkehr an die Kapitalmärkte.