Unterhausen Im großen Rahmen denken

"Lichtenstein 2030": Die Ortsmitte von Unterhausen soll in vielen Bereichen attraktiver werden, so der Wunsch der Planungswerkstatt.
"Lichtenstein 2030": Die Ortsmitte von Unterhausen soll in vielen Bereichen attraktiver werden, so der Wunsch der Planungswerkstatt. © Foto: Jürgen Herdin
Unterhausen / JÜRGEN HERDIN 20.02.2015
Der ganz große Blick nach vorn: Für das integrierte Gemeinde-Entwicklungskonzept lieferte die Bürgerschaft jede Menge Anregungen und Ideen: Unterhausen formulierte ebenfalls seine Zielsetzungen.

Es geht um Leitprojekte, Wegemarken und Schwerpunkte, die natürlich auch vor dem Hintergrund der Finanzierbarkeit definiert werden sollen. Nachdem wir im Rahmen der Bürgerbeteiligung bereits über die allgemeinen Themen Wohnen, Wirtschaft und Mobilität berichtet haben, auch über Jugend, Senioren, Kultur und Bildung, finden sich nun die Ergebnisse der Planungswerkstatt, die sich ausschließlich mit Unterhausen befasst hat.

"Lichtenstein 2030": Werner Neubrander, der für die "Planungswerkstatt Unterhausen" berichtete, sagte gleich eingangs seiner Zusammenfassung: "Wir müssen in einem viel größeren Rahmen denken." Und er versicherte den Gemeinderäten auch, dass diese Bürgerbeteiligung zum Gemeindeentwicklungskonzept bei weitem kein "Schluss-Stein" sein dürfe. Denn der Aufgaben stehen viele an.

Fünf Planungsgruppen hatten sich zusammengefunden, um aus Sicht der Bürgerschaft zum integrierten Gemeinde-Entwicklungskonzept beizutragen, über deren Details dann freilich der Gemeinderat entscheiden wird. "Wir haben auch viel an das Machbare gedacht", so Neubrander. Soll heißen: Finanziell womöglich nur sehr schwer realisierbare Projekte wurden weitgehend außen vor gelassen.

Unter Begleitung und Moderation von Jürgen Mühlbacher, von der auch für die Bürgerbeteiligung beauftragten LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH aus Stuttgart, stellte die "Planungswerkstatt Unterhausen" vor allem fest, dass Lichtenstein touristisch noch lange nicht so gut vermarktet wird, wie das möglich sei. "Jeder macht Werbung mit dem Schloss, wir aber noch zu wenig", so Neubrander. Verlangt wird die "Entwicklung eines Tourismuskonzepts" deutlich über das hinaus, was derzeit schon gemacht wird. Es kam die Idee auf, zum Beispiel einen Märchenwanderweg zu bauen. Lichtenstein solle auch prüfen, ob es ab 2019 - erst dann ist die Erweiterungsmöglichkeit da - flächendeckend Mitglied im Biosphärengebiet zu werden.

"Viele gute Vorschläge für die Ortsmitte" habe man erarbeitet, sagte Neubrander im Auftrag seiner elfköpfigen Gruppe, die innerorts vor allem auch "die Rad- und Fußwege besser gestalten und aufwerten" will. In Unterhausen müsse gegen die teilweise "Verwahrlosung der Grundstücke" (Verbuschung und Holzlagerung) vorgegangen werden. Als Ordnungshüter könnte ein "Feldschütz" eingestellt werden, der auch den ruhenden Verkehr überwacht. Wie überhaupt es eine Parkraumbewirtschaftung geben soll, dies samt einer Neuordnung der Parkierung in den Ortsmitten von Unterhausen und Oberhausen im Süden. Im Vordergrund jedoch steht die Aufwertung dieser Bereiche. Im Rathausumfeld könnte dies eine barrierefreie Gestaltung sein, hinzu kommt der Wunsch nach Stärkung des Einzelhandels in der Ortsmitte, dort herrsche eine hohe Fluktuation. Zu prüfen sei auch ein Wochenmarkt und im Rathaus der Einbau eines Aufzugs und die Einrichtung eines Bürgerbüros.

Sehr am Herzen liegt nicht nur der Planungsgruppe Unterhausen eine angemessene Folgenutzung des Oberhausener Friedhofs. Die geschichtliche Aufarbeitung gehöre da hinzu, zum Beispiel mit Blick auf die Grabstein-Inschriften.

Wichtig ist der Gruppe auch das "Aufwerten der örtlichen Spielplätze - mit Anpassung an verschiedene Zielgruppen". Und damit kam die Gruppe zum Thema Bildung und Vereine. Das "Weiterverfolgen der Option Gemeinschaftsschule" ist dabei das ambitionierteste Vorhaben, denn dafür stimmen die Schülerzahlen einfach nicht.

Der finanziell mächtigste Klops wäre zweifelsohne der Bau einer zentralen Sportanlage für die Lichtensteiner Vereine. Als Perspektive wurde auch der Zusammenschluss der Fußballvereine genannt sowie das Schaffen einer zentralen Heimstätte für die Unterhausener Vereine. Gedacht wird hier nicht an einen Neubau, sondern an die Nutzung der Brögerschule.