Kreis Reutlingen / Von Norbert Leister Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut verlieh am Donnerstag im Landratsamt das Label „Gesund im Betrieb“.

Es waren insgesamt 14 Handwerksbetriebe, Verwaltungen, Einrichtungen und Arztpraxen, die am Donnerstag mit einem von der „Kommunalen Gesundheitskonferenz“ im Landkreis Reutlingen selbst entworfenen Label ausgezeichnet worden sind. „Das ist ein Erfolgsprojekt, es lohnt sich, das weiter zu entwickeln“, hatte Landrat Thomas Reumann als Vorsitzender dieser „Konferenz“ bei der Verleihung betont.

Bei der Kooperation von Rentenversicherung, Handwerkskammer, AOK, Landkreis Reutlingen, Kreishandwerkerschaft und IKK Classic soll der Blick auf die Förderung von Gesundheit und gesunden Mitarbeitern in Klein- und Kleinstbetrieben geworfen werden.

Gefördert und begleitet wird die „Kommunale Gesundheitskonferenz“ als eines von zwei „Leuchtturmprojekten“, so Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Und zwar von genau dem Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, dem sie als Ministerin vorsteht. Am Donnerstag war sie selbst vor Ort im Reutlinger Landratsamt und hob bei ihrer kurzen Rede „die Bedeutung von Gesundheit“ auch in ihrem Ministerium hervor. „Man muss sich Zeit nehmen für Gesundheit im Betrieb“, betonte Hoffmeister-Kraut. Und das auch gerade dann, wenn der „weltweite Wettbewerb rau ist“. Bemerkbar machten sich die härter werdenden Sitten und der Wettkampf nicht nur in den großen Unternehmen, den „Global players“, sondern auch in kleinen Betrieben vor Ort.

Die Belastungen der Arbeitnehmer würden sich vor allem in einer Zunahme psychischer Krankheiten niederschlagen, wie die Wirtschaftsministerin ausführte. Mit dem Blick auf den Fachkräftemangel, der sich vor allem in den nicht ganz so großen Unternehmen offenbare, sei das Label „Gesund im Betrieb“ mit Sicherheit ein Vorteil. Denn da wüssten interessierte Arbeitnehmer zumindest, dass in dem ausgezeichneten Betrieb auf die Gesundheit der Beschäftigten geachtet werde.

Unter den 14 Betrieben, die in diesem Jahr das Label erhielten, waren etwa die Gemeinden Dettingen an der Erms und Grabenstetten oder auch ein Kindergarten in Grafenberg. Die Überprüfung in Sachen Gesundheit und Gefährdungen durch externe Fachleute „kommt bei meinen Mitarbeitern gut an“, betonte Elmar Herter vom ebenfalls ausgezeichneten Holzbau-Betrieb aus Hayingen. „Aber“, so fügte Herter an. „Die Chefs sollten bei alldem nicht vergessen werden – denn nur gesunde Chefs können auch gesunde Mitarbeiter haben.“

Friedemann Salzer hob als Direktor der Reutlinger Kreiskliniken hervor, dass an allen drei Standorten „ein ganzer Blumenstrauß an Maßnahmen ergriffen wurde“. Neben Sucht- und Ernährungsberatung werde etwa auch mit Tanz und Theater auf die Gesundheit der Beschäftigten geachtet, sagte Salzer. Stefan Mohl vom gleichnamigen Fliesenfachbetrieb aus Eningen erläuterte bei der Übergabe des Labels durch Ministerin Hoffmeister-Kraut, dass „die Arbeitssicherheit auf den Baustellen durch die Teilnahme an dem Verfahren ‚Gesund im Betrieb‘ erhöht wurde“.

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Ausgezeichnete Betriebe

Zahlreiche Handwerksbetriebe sind am Donnerstag von Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut mit dem Label „Gesund im Betrieb“ ausgezeichnet worden. Dazu zählten: Fritz Raumausstattung, Holzbau Herter, Hörakustik Schenk, Mohl Fliesenfachbetrieb, Salon Laible, Steinmanufaktur Betz und Walter Ott. Hinzu kamen die im Text bereits erwähnten Gemeindeverwaltungen in Dettingen und Grabenstetten sowie der Kindergarten in Grafenberg, die Kreiskliniken Reutlingen und die Arztpraxis Rau.  nol