Walzer, Foxtrott, cha-Cha-Cha, Rock’n Roll und Rumba: Die Besucher des Alpenballs in der Stadthalle schwangen das Tanzbein bis in die Nacht. Außerdem hatte die veranstaltende Sektion Reutlingen des Deutschen Alpenvereins (DAV) um seinen Vorsitzenden Jochen Ammann für ein Showprogramm gesorgt, das die Leute begeisterte. Mit 10 000 Mitgliedern ist der DAV Reutlingen der größte Verein der Stadt.

Speziell auf den Alpenball zugeschnitten hatte die Pfullinger Tanzschule tolle Stücke dargeboten, da kam dann auch ein Charleston vor und freilich war auch Hip-Hop und Tango angesagt. Die den ganzen Abend über spielende Silvio Dalla Brida Band hatte für den Reutlinger Tanzabend sogar den Schlagzeuger von Florian Silbereisen verpflichten können.

Der Alpenball ist seit vielen Jahren ein großes gesellschaftliches Ereignis in Reutlingen – und er ist dabei aber auch eines der wenigen verbliebenen, gepflegten Tanzveranstaltungen mit durchaus noch familiärem Charakter. Angesprochen werden Tanzbegeisterte aller Altersstufen. Doch die die müssen sich dann immer ganz schnell entscheiden: Nur einen Tag lang waren Karten im Konzertbüro zu haben, dann waren die 360 Plätze vergeben. Mehr wolle man auch nicht, erläuterte Ammann, schließlich sollen sich die Tanzbegeisterten nicht auf den Füßen herumtreten.

Das angenehme Ambiente lockt die Gäste dabei ebenso wie das gewohnt gute Essen. Eine Neuerung gab es am Samstagabend: Statt à la Carte Vorspeisen und Menüs vom Büfett.

Und man merkte, dass die Faschings-Session noch voll im Gange ist. So gehörten auch Auftritte der Karnevalsgesellschaft „Zigeunerinsel“ zum Programm. Professionell und perfekt synchron agierende Gardetänzerinnen verzauberten auch die Gäste, die sonst mit der so närrischen Zeit im Jahr  eigentlich eher wenig zu tun haben wollen.

Längst kein Geheimtipp mehr ist die lauschige, stimmungsvoll designte Bar im hinteren Teil des großen Saales. Gepflegte Eleganz: Recht ruhig geht es dort zu, und dennoch sind die Ball-Besucher dort noch stets nahe genug am Geschehen, um, je nach Musik, alsbald wieder „einzugreifen“, ihr Tanzbein zu schwingen.

Und natürlich ist diese Bar der perfekte Ort, ein Anziehungspunkt für die Tanzpause, weil sich dort auch die Gelegenheit für jede Menge anregende, gute Gespräche bietet. Jürgen Herdin