I IHK will weiter für Straßenbau kämpfen

Reutlingen / swp 01.06.2017

Vorrangig sollten daher laut IHK-Vollversammlung Baumaßnahmen entlang der B 27 von Stuttgart bis Rottweil sowie die Achse Reutlingen – Albaufstieg – Engstingen angegangen werden. Grund für die vorgeschlagene Priorisierung ist der vorhandene Planungsrückstau. Außer der Ortsumfahrung Albstadt-Lautlingen (B 463) sowie den Abschnitten Nehren – Bodelshausen und Schindhautunnel der B 27 gibt es landesweit quasi keine Projekte, die über einen weit fortgeschrittenen Planungsstand verfügen. Die IHK erwartet entsprechend einen harten Wettbewerb um die Planungskapazitäten, sagt Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. „Schon bald wird geklärt, welche Straßenbauprojekte als nächste im Detail geplant werden. Das gute Abschneiden beim Bundesverkehrswegeplan war für die Region nur der Anfang. Wir müssen aber weiter kämpfen.“

Zentrales Argument für die vorgeschlagene Priorisierung ist die Netzwirkung der Strecken. Das Institut für Verkehrswissenschaft der Universität Köln hatte 2012 im Auftrag von Regionalverband und IHK zehn zentrale Ausbauprojekte untersucht. Das Ergebnis: Die regionalen Straßenbauprojekte haben durch die Bank ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis.

Unter Berücksichtigung der Netzwirkung läge diese nochmals höher. Das bedeutet: Die Vorteile einer neuen Trasse ergeben sich gerade dann, wenn es zu einem Zusammenspiel mit anderen wichtigen Straßen kommt und der Verkehr dadurch noch besser fließen kann. Das gilt etwa für die Verbindung vom Reutlinger B 27-Zubringer B 464 über die noch nicht realisierte Südumfahrung Orschel-Hagen sowie den voraussichtlich im Herbst fertigen Scheibengipfeltunnel bis hin zum noch in Planung befindlichen Albaufstieg und der Ortsumfahrung von Engstingen.

Nachteile aufholen

Nach Eindruck der IHK hat die Region bei der Verkehrsentwicklung nach wie vor Nachteile aufzuholen. Die Erschließung im Inneren sowie die Bewältigung des Pendlerverkehrs sind nicht gelöst, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Die Region hinkt seit Jahren hinterher.“ Nachholbedarf sieht Epp außerdem bei der Anbindung des ländlichen Raums. Ihm fehlt ein leistungsfähiges Straßennetz mit gut ausgebauten Bundesstraßen. „Wir haben es mit einem Defizit bei der Erreichbarkeit zu tun, das für Betriebe wie Beschäftigte zunehmend problematischer wird.“

Info Das vollständige Gutachten der Universität Köln steht auf der Übersichtsseite www.ihkrt.de/verkehrsinfrastruktur zum Download bereit.