Reutlingen IHK veröffentlicht den neuen Gründungsspiegel

SWP 31.08.2013
Die Wirtschaftslage hemmt das Gründungsinteresse, sorgt aber gleichzeitig für Stabilität bei Unternehmen. Das zeigt der neue IHK-Gründungsspiegel.

Das Interesse am eigenen Unternehmen ist im letzten Jahr leicht gesunken. 3800 Gewerbe wurden 2012 angemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund: Die gute Wirtschaftslage hemmt das Gründungsinteresse: "Je sicherer der eigene Arbeitsplatz, desto unattraktiver ist es, sich selbstständig zu machen, insbesondere für Fachkräfte oder Hochschulabsolventen", erklärt Karin Goldstein, Bereichsleiterin Existenzgründung und Unternehmensförderung bei der IHK Reutlingen.

Erfreulich dagegen: Die Zahl der Gewerbeabmeldungen ist gesunken. Das heißt, Gründungen sind erfolgreich und was noch wichtiger ist: Unternehmen sind beständig. Im Kreis Reutlingen gab es mit 14,6 Prozent den höchsten Rückgang an Abmeldungen, gefolgt vom Kreis Tübingen mit 10,6 Prozent und dem Zollernalbkreis mit 4,2 Prozent. Insgesamt verzeichnet die IHK den niedrigsten Wert bei Gewerbeabmeldungen seit 2005. "Die Zahlen zeigen: Gründer haben nach wie vor gute Chancen mit ihren Geschäftsideen Erfolg zu haben", sagt Ute Brandner, die bei der IHK die Existenzgründer betreut. "Gründer müssen allerdings gut planen", warnt die Expertin. Falsche Vorstellungen bei der Rentabilität oder Markteinschätzung und zu wenig Kapital sind die größten Fehler bei einer Gründung.

Viele Gründer gehen deshalb lieber auf Nummer sicher: Knapp 57 Prozent der 2964 Kleingründungen in 2012 wurden im Nebenerwerb angemeldet. Damit erreichte die nebenberufliche Selbstständigkeit einen Spitzenwert. Ute Brandner kennt die Motivation: "Viele Gründerinnen und Gründer wollen die Geschäftsidee zum Vollerwerb ausbauen. Sie nutzen den Nebenerwerb erst einmal als Testphase und dann als Sprungbrett in die Selbstständigkeit."

Der Gründungsspiegel zeigt, dass Gewerbeanmeldungen im Handel an erster Stelle stehen. Mit 31 Prozent oder 1169 Anmeldungen hat die Handelsbranche die Nase vorne. Gefolgt von der Industrie mit 293 und dem Gastgewerbe mit 292. Dahinter platzieren sich die Bereiche Kommunikation, Finanzwirtschaft, Verkehr und Immobilien. Um mehr Menschen für Unternehmertum zu begeistern, haben die Kammern die "Gründungsoffensive Neckar-Alb" gestartet.