Reutlingen IHK fordert: Haushalte jetzt konsolidieren Große Kreisstädte sollen Schulden tilgen

SWP 05.10.2012
IHK-Präsident Christian O. Erbe fordert die Kreisstädte der Region auf, die höheren Steuereinnahmen zu nutzen, um ihre Haushalte zu konsolidieren.

Die Gesellschaft für Kommunalwirtschaft hat jetzt im Auftrag der IHK die Haushalte der Großen Kreisstädte unter die Lupe genommen. Die Analyse der ausgewählten Kennzahlen macht deutlich: In puncto Steuern haben die sieben Kommunen auf der Einnahmenseite kein Problem.

Betrugen die durchschnittlichen Gesamtsteuereinnahmen pro Einwohner im Jahr 2010 noch 847 Euro, lagen die Planungen mit 1013 Euro für das laufende Jahr klar darüber. Allein bei der Gewerbesteuer stiegen die Einnahmen von 289 Euro in 2010 auf 409 Euro für 2012, heißt es in der Mitteilung der IHK. Tatsächlich, so ist aktuellen Gemeinderatsvorlagen zu entnehmen, werden die Gewerbesteuereinnahmen beispielsweise in Reutlingen und Tübingen noch deutlich über den geplanten Werten liegen.

Mit Blick auf den Schuldenstand pro Einwohner bleiben die Kommunen im Schnitt weiter tief im Defizit. Zwar können sie ihre Schulden im Vergleich von 2011 auf 2012 um 1,65 Prozent leicht reduzieren, mit aktuell 817 Euro sind sie jedoch von den 756 Euro Schulden je Einwohner von vor zwei Jahren deutlich entfernt. "Wir appellieren an die Stadtspitzen und Gemeinderäte, eine echte Haushaltskonsolidierung bei den anstehenden Etatberatungen mit in den Mittelpunkt zu stellen", sagte Erbe.

Die untersuchten Kommunen weisen beim Schuldenstand deutliche Unterschiede auf. So liegen Reutlingen und Albstadt mit 1209 und 1176 Euro Schulden je Einwohner regional vorne, gefolgt von Balingen mit 921 Euro. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg kommen Große Kreisstädte im Schnitt auf 560 Euro Schulden je Einwohner. Nahe am Durchschnitt liegen Rottenburg (559,38 Euro) und Metzingen (519,59 Euro), Tübingen und Mössingen weisen mit 392 und 371 Euro regional die geringsten Schulden aus. In den hier aufgeführten Zahlen sind Schulden kommunaler Eigenbetriebe nicht berücksichtigt.