Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Samstag im Mannheimer Schloss 18 verdiente Persönlichkeiten mit dem Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Unter den Geehrten waren mit Barbara Bosch und Pavel Hoffmann auch zwei Reutlinger. „Durch ihr Engagement in Kultur, Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und vielen anderen Bereichen schafften die Geehrten Verlässlichkeit für eine ganze Gesellschaft“, lobte Kretschmann die Ordensträger.

Bei Barbara Bosch erinnerte der Ministerpräsident an die Erneuerung der Altstadt und des Bürgerparks sowie den Bau des Scheibengipfeltunnels – Großprojekte, mit denen sie ihre Stadt vorangebracht habe. Mit dem Neubau der Stadthalle und dem Theaterneubau habe die ehemalige Oberbürgermeisterin Bleibendes geschaffen. „Dabei hatte sie immer auch Familien, Kinder und Jugendliche sowie ältere Mitbürger im Blick“, sagte Kretschmann, der auch an den Kauf der Achalm, des Reutlinger Hausbergs, unter ihrer Ägide erinnerte. Als DRK-Präsidentin setze sie sich für das gesellschaftliche Miteinander ein.

Pavel Hoffmann habe als Kleinkind die Herrschaft der Nationalsozialisten in all ihrer Grausamkeit erlebt, sagte Kretschmann. Mit seiner Lebensgeschichte wende er sich seit vielen Jahren vor allem an junge Menschen, um seine Erlebnisse aus erster Hand zu vermitteln und seine Mitmenschen zu „Zeugen der Zeitzeugen“ zu machen. Er rufe dazu auf, wachsam mit dem umzugehen, was um uns herum passiert. „Dadurch bewegt er seine Mitmenschen, über ihre eigenen Handlungsspielräume nachzudenken und ein eigenes Engagement gegen jede Form von Antisemitismus zu entwickeln.“ Mit seinem Einsatz zeige Hoffmann,  sagte Kretschmann in seiner Laudatio, was jeder Einzelne tun könne und müsse, damit sich vergangenes Unrecht nicht wiederhole.