HILFE Hoffnung aus einer „ganz herzlichen Stadt“

Spenden für Kinder in Reutlingens Partnerstadt Duschanbe (von links): Klaus Grass, Lydia Pautzke, Munawara Achmedowa, Dr. Werner Ströbele und Doris Karner-Klett hoffen auf weitere Spenden für Schulspeisung und warme Kleidung.
Spenden für Kinder in Reutlingens Partnerstadt Duschanbe (von links): Klaus Grass, Lydia Pautzke, Munawara Achmedowa, Dr. Werner Ströbele und Doris Karner-Klett hoffen auf weitere Spenden für Schulspeisung und warme Kleidung. © Foto: Eissler
Reutlingen / Carola Eissler 14.11.2017

Munawara Achmedowa könnte so viele Geschichten erzählen. Von Kindern in Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe, die begeistert Deutsch lernen, weil sie eine warme Mahlzeit, warme Schuhe und wärmende Kleidung bekommen. Oder von jenem Jungen, der einst in einem Keller lebte und inzwischen in Reutlingen eine Ausbildung macht und zu den Besten zählt.  „Ich könnte stundenlang Geschichten erzählen“, sagt die Lehrerin, die schon mehrfach in Reutlingen war.

Seit 16 Jahren spenden Reutlinger Bürger für Achmedowas Schule Nummer 89 und eine weitere, ebenfalls allgemeinbildende Schule im 6000 Kilometer entfernten Duschanbe und ermöglichen so die Schulspeisung derjenigen, die sich keine warme Mahlzeit leisten können. Denn noch immer zählt Tadschikistan zu den ärmsten ehemaligen Sowjetrepubliken.

Dabei ist es weit mehr als nur Essen und Kleidung, was die Spender aus dem entfernten Deutschland geben. Es ist nicht viel weniger als Hoffnung und die Perspektive auf ein besseres Leben.

Die ehemalige Reutlinger Stadträtin Suse Gnant hat die Spendenaktion für Duschanbe im Jahr 2001 ins Leben gerufen. Aus gesundheitlichen Gründen hat sie jetzt die Arbeit abgegeben. Lydia Pautzke, Klaus Grass und Doris Karner-Klett werden die Spendenaktionen nun weiter begleiten. „Und Spenden werden weiterhin dringend gebraucht“, sagt auch Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele.

Rund 154 000 Euro sind in den vergangenen Jahren gespendet worden, jeder einzelne Euro ist angekommen und wurde im Sinne der Spender verwendet. Denn die Reutlinger haben zuverlässige Partner in Duschanbe, neben Munawara Achmedowa unter anderem auch den Deutschlehrer Winfried Spahn vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, der  ebenfalls an der Schule Nummer 89 unterrichtet und die Spendengelder verwaltet.

Begeisterung für das Leben

„Der Wissensdurst der jungen Menschen und die Begeisterung für das Leben haben mich von Anfang an angesprochen“, sagt Lydia Pautzke, die selbst in der Nähe von Duschanbe geboren wurde, wohin die Eltern am Ende des Krieges verschleppt worden waren. Begeistert ist sie aber auch von der Sorgfalt, mit der die Spendengelder verwendet werden. Lehrerin Munawara Achmedowa kennt jedes einzelne Kind und dessen Umstände, weiß, wer am nötigsten Essen und Kleidung braucht und wer in welchen Familienverhältnissen lebt.

Rund 100 Kinder nehmen allein an ihrer Schule an der täglichen Schulspeisung teil. „Es ist beeindruckend, mit welcher Fürsorge Munawara Achmedowa und die  anderen Lehrer mit den Kindern umgehen“, betont Pautzke. Der Aspekt der Fürsorge und Solidarität spiele dort eine ganz große Rolle.

Deutsch ist eine wichtige Sprache in Tadschikistan, vielleicht auch deshalb, weil dadurch neue Perspektiven und Chancen entstehen, nach Deutschland zu kommen. Im Moment läuft ein Jugendprojekt mit Jugendlichen aus allen Reutlinger Partnerstädten, unter anderem auch aus Duschanbe. Munawara Achmedowa begleitet zwei Mädchen, die daran teilnehmen. „Reutlingen ist für uns eine ganz herzliche Stadt geworden“, sagt Achmedowa. „Die Möglichkeiten, die die Stadt schenkt, motiviert unsere Schüler.“

Inzwischen organisiert Achmedowas Schule einmal im Jahr ein Fest unter dem Titel „Deutsch macht Spaß“, bei dem behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam feiern.

Große Dankbarkeit ist es, was Munawara Achmedowa gegenüber den Reutlingern empfindet, wie sie immer wieder betont. Was es für die Kinder in Tadschikistan bedeutet, nicht vergessen zu sein, sondern Freunde in Deutschland zu haben, können wir wohl kaum ermessen.

Spenden für Duschanbe

Für Kinder in Reutlingens Partnerstadt Duschanbe werden weiterhin dringend Spenden gebraucht. Spenden zukünftig bitte auf das Spendenkonto Stadt Reutlingen „Kinder Duschanbe“, Kreissparkasse Reutlingen, BLZ 640 500 00, Kontonummer 488, IBAN DE27 6405 0000 0000 0004 88.

Auskünfte zur Spendenaktion erteilt gerne Michaela Miller vom Städtischen Kulturamt unter Telefon (07121) 303-2685.

Spenden für Kinder in Duschanbe

Für Kinder in Reutlingens Partnerstadt Duschanbe werden weiterhin dringend Spenden gebraucht. Spenden zukünftig bitte auf das Spendenkonto Stadt Reutlingen „Kinder Duschanbe“, Kreissparkasse Reutlingen, BLZ 640 500 00, Kontonummer 488, IBAN DE27 6405 0000 0000 0004 88.

Auskünfte zur Spendenaktion erteilt gerne Michaela Miller vom Städtischen Kulturamt unter Telefon (07121) 303-2685.