KULTUR Höhepunkt des Orgelsommers

Reutlingen / Von Ralph Bausinger 13.08.2018

Für Torsten Wille, Kantor an der Reutlinger Marienkirche, ist sie der „Höhepunkt des Orgelsommers“: Am Samstag, 18. August, steigt in der Marienkirche die vierte Reutlinger Orgelnacht mit einem abwechslungsreichen und vielfältigen Programm. In ihr verbinden sich, versprechen die Veranstalter, Raum, Klang und Licht zu einem Gesamterlebnis. Wie im Vorjahr gibt es auch diesmal drei Organisten an drei Orgeln: Der Rottenburger Domorganist Ruben Sturm und der Tübinger Stiftsorganist Jens Wollenschläger spielen gemeinsam mit Torsten Wille in dem von Holger Herzog ausgeleuchteten Kirchenraum.

Die Orgelnacht beginnt um 20 Uhr mit einem einstündigen Konzert zu dritt an der großen Rieger-Orgel. Im Laufe der Nacht werden alle drei Orgeln in unterschiedlichen Kombinationen gespielt. Aufgelockert wird die Nacht durch zwei, zirka 20-minütige „Wandelphasen“, in denen auch Getränke erhältlich sind. Die Besucher können diese Pausen auch nutzen, um Herzogs Lichtinstallationen aus allen Winkeln zu entdecken.

Die Orgelnacht steht am Samstag unter dem Motto „Aus der Neuen Welt“ – im Zentrum steht Antonín Dvoráks bekannte Sinfonie Nr. 9, die am 16. Dezember 1893 in New York uraufgeführt wurde. Das Werk, das während Dvoráks Aufenthalt in den USA entstand, zeugt auch von seiner Beschäftigung mit dortigen Musikkulturen. Neben  Dvoráks Sinfonie erwartet die Zuhörer ein Panoptikum der Orgelmusik: Von ganz alten Werken über klassische Orgelmusik bis hin zu moderner Musik, Spirituals und Jazz reicht das spannende Repertoire.

So hat die gesamte Orgelnacht diesmal den Charakter einer großen Sinfonie: Im Eröffnungskonzert spielen alle drei Organisten an der großen Rieger-Orgel Werke für ein bis drei Spieler. Es folgt nach der ersten Wandelphase, in der die Lichtinstallationen aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt werden können, ein ruhiger Teil, in dem die Chor- und Truhenorgel dazukommen. Im dritten Abschnitt stehen dann – wie bei einem Scherzo – tänzerische Stücke im Vordergrund.

Nach der zweiten Pause kommt als Finale ein Orgelfeuerwerk mit virtuosen Werken an den drei Orgeln: „Orgel hoch drei“ – einer der Höhepunkte des Abends. Wie üblich klingt die Orgelnacht gegen Mitternacht ruhig aus.

Die Lichtgestaltung von Holger Herzog unterstreicht nicht nur die Farbigkeit und den Einfallsreichtum von Dvoráks wohl bekanntestem Werk, sie verwandelt den Kirchenraum in einen  aktiven Mitspieler. Über 100 Scheinwerfer mit LED-Technik stellt Herzog auf, verlegt über 1,5 Kilometer an Kabel, um das Kulturdenkmal zu illuminieren. Allein der Aufbau der Lichttechnik benötigt fast eine Woche.

Wille empfiehlt den Besuchern, sich im Vorfeld um Karten zu kümmern oder am Samstag möglichst früh zu kommen. Vergangenes Jahr reichte der Andrang von der Kasse bis auf den Marktplatz zurück, zahlreiche  Zuhörer mussten abgewiesen werden, weil die knapp 1000 Plätze in der Marienkirche bereits besetzt waren.

Orgelnacht: Beginn und Karten

Die vierte Reutlinger Orgelnacht am Samstag, 18. August, beginnt um 20 Uhr in der Marienkirche. Einlass ist ab 19.15 Uhr. Ab 21.15 Uhr ist dann der Einlass jederzeit zum ermäßigten Preis möglich.

Karten sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Auskunft bei der Stadt Reutlingen, Kulturamt, über Telefon (0 71 21) 3 03 28 34 oder per E-Mail an kult.veranstaltungen@reutlingen.de. rab

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