Seit dem 20. April läuft das digitale Sommersemester an der Hochschule Reutlingen. Für die rund 5.200 Studierenden bedeutet dies: Sie studieren vorwiegend vor ihren heimischen Computern.

Für den Online-Betrieb steht eine Vielzahl digitaler Formate und Tools bereit, die Videokonferenzen, Online-Vorlesungen oder interaktive Gruppen- oder Projektarbeit ermöglichen. „Wir haben in den letzten Wochen in der Digitalisierung mehr erreicht als in den letzten Jahren. Innerhalb kürzester Zeit musste eine komplette digitale Infrastruktur aufgebaut werden“, betont Hochschulpräsident Prof. Dr. Hendrik Brumme. Dass dabei zahlreiche Fragen und Probleme im Bereich der IT-Technik und der Datensicherheit zu lösen waren, bestätigt auch Wolfgang Honigberger, Leiter des Rechen- und Medienzentrums der Hochschule Reutlingen: „Durch die schnelle Integration von vier neuen IT-Systemen waren wir gezwungen, viele Aufgaben ohne vorherige Testphase einzuführen.“ Zudem sei die Schulung und Betreuung der Nutzer eine echte Herausforderung, so Honigberger. Doch insgesamt sei das Online-Semester aus technischer Sicht gut angelaufen – auch dank des ausgebauten Netzwerks der Hochschule, das der hohen Last der Online-Zugriffe standhalte.

Neue Formen der Wissensvermittlung

In der Lehre geht man ebenfalls neue Wege: viele Lehrende kombinieren Selbstlernphasen mit Online-Vorlesungen und erproben digitale Kooperations- oder Kollaborationsmöglichkeiten. Dabei finden Vorlesungen oder Seminare in Form von Liveübertragungen oder abrufbaren Videostreams statt. In Ergänzung dazu werden den Reutlinger Studierenden kontinuierlich abwechslungsreiche Lehrmaterialien über die Lernplattform RELAX zur Verfügung gestellt. Prof. Harald Dallmann, Vizepräsident für Lehre, Studium, Qualität und Weiterbildung, zeigt sich nach den ersten drei Wochen im Online-Sommersemester sehr zufrieden: „Es ist erfreulich zu sehen, wie in der Kürze der Zeit die Umstellung der Präsenz- auf die Online-Lehre im geordneten Rahmen gelungen ist. Es liegen nur noch einige Detailprobleme vor uns, die wir im Sinne unserer Studierenden lösen werden.“

Verzögerungen durch strenge Schutzmaßnahmen

Für den Forschungsbereich bedeutet die aktuelle Lage, dass die Forschung zwar weiterläuft, allerdings unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften im Rahmen des Infektionsschutzes. Konkrete Beispiele sind die Maskenpflicht sowie die Reduktion der Personen in den Laboren und Werkstätten, die strenge Einhaltung der Abstandsregelung und die gründliche Desinfektion der Arbeitsplätze. In einigen Laboren herrscht deshalb Schichtbetrieb und es wird vermehrt digital im Homeoffice gearbeitet. Prof. Dr. Petra Kluger, Vizepräsidentin Forschung, nennt weitere Auswirkungen auf den Forschungsbereich: „In vielen Projekten gibt es Verzögerungen und insbesondere Firmenpartner sind aktuell sehr zurückhaltend. Bei öffentlichen Projekten gibt es die Möglichkeit, eine kostenneutrale Verlängerung zu beantragen.“ Dennoch hoffe sie, dass dank des Einsatzes aller Beteiligten die Forschung auch in diesem Ausnahmejahr erfolgreich weitergeführt werden könne.

Lob für Einsatzbereitschaft und Engagement

Hochschulpräsident Prof. Dr. Hendrik Brumme zieht insgesamt eine positive Bilanz zum Start des digitalen Sommersemesters: „Der Zusammenhalt und das Engagement an der Hochschule in dieser Ausnahmesituation sind enorm. Nach intensiver Arbeit in allen Bereichen haben wir in den letzten Wochen gemeinsam viel erreicht.“

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