HINTERGRUND: Reform-Tragik

PET 28.03.2012

Triumphgeheul liegt ihm fern, dem Teilprojektverantwortlichen für das neue Polizeipräsidium Reutlingen. Leitender Polizeidirektor Franz Lutz begleitet die Reform von Beginn an, war in die Projektgruppe aus Experten berufen worden und hatte an dem Eckpunktepapier mitgearbeitet. Dass er jetzt in der innenministeriellen Konkretisierung der Reform einer von nur zwei Polizeidirektoren ist, die ein neues Präsidium aufbauen dürfen, zeigt die Wertschätzung, die der gebürtige Stuttgarter in der Landeshauptstadt genießt.

Doch diese Medaille hat zwei Seiten: Mit der Ernennung Reutlingens zum Präsidium wird der neue Präsident im Gegenzug zum Abwickler der benachbarten Tübinger Direktion und der Landespolizeidirektion - für Lutz ein möglicherweise tragisches Moment. Schließlich hatte er vor 24 Jahren als Öffentlichkeitsreferent mit dem Wechsel von der Direktion Reutlingen zur LPD Tübingen jenen Einstieg in den unaufhaltsamen Aufstieg vollzogen, der ihn nach Stationen in der Münsteraner Führungsakademie und im Innenministerium als Polizeidirektor und Referatsleiter vor zehn Jahren zurück in die Unistadt führte, bevor er 2004 wieder daheim in Reutlingen landete.