Reutlingen Heiß ersehnt und zentral gelegen

Ein Platz für die Jugend: Selbst an Fitnessgeräte mit Smartphone-Anschluss wurde bei der Gestaltung des Spielplatzes auf der Pomologie gedacht.
Ein Platz für die Jugend: Selbst an Fitnessgeräte mit Smartphone-Anschluss wurde bei der Gestaltung des Spielplatzes auf der Pomologie gedacht. © Foto: Jürgen Herdin
Reutlingen / JÜRGEN HERDIN 25.07.2016
Die Freude war groß: Für rund 60?000 Euro Baukosten bekam die Jugend ihren Platz in der Pomologie. Nun wurde er mit „Chill am Grill“ eröffnet.

Diese pfiffige Lösung für Reutlinger Jugendliche kann sich sehen lassen: Eine überdachte Unterstellmöglichkeit aus zwei ausrangierten, „recycelten“ RSV-Haltestellen mit Rubinienhölzern als Bodenbelag – mitsamt einer solarbetriebenen Beleuchtung für den gesamten Platz gibt es dort ebenso wie Sitz- und Liegemöglichkeiten im Design der sogenannten Alb-Liegen.

Hinzu kommen neben der Tischtennisplatte zwei Fitnessgeräte, die durch Treten derselben Strom liefern, um Smartphones aufzuladen. Zwei am Freitag bereits genutzte Graffiti-Wände aus Edelstahlplatten komplettieren diesen neuen „Platz der Jugend“ am westlichen Rand der Pomologie.

Rund 60?000 Euro hat die Anlage gekostet. Und „die Zentrumsnähe zur Innenstadt garantiert kurze Wege“, sagte bei der Eröffnung am Freitagnachmittag  Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz. Die neue Skate-Anlage im Bürgerpark ist ebenfalls nicht weit entfernt. Die Lage unweit des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) „ermöglicht so die Zusammenkunft von Jugendlichen aus allen Bezirken und der Kernstadt von Reutlingen“, sagte Hotz, die von einem „heiß ersehnten Platz“ sprach. Kurz: „Eine Investition in die Zukunft“ sei hier entstanden, so die Baubürgermeisterin.

„Wir brauchen diesen Platz nicht nur beim Ausruhen vom stressigen Pokemon spielen“, sagte zur „Einweihung“ des Jugendplatzes Joachim Straub. Der Vorsitzendes des Jugendgemeinderats (JGR) lobte das Entgegenkommen der Stadt ebenso wie die Realisierung eines Projekts, bei dem gleich auch weitergedacht werden sollte: „Wir wollen jetzt den Dialog mit den Stadträten, um über eine abendliche Nutzung zu diskutieren“, so Straub. Damit meint er die Zeit auch nach 23 Uhr. Bislang ist das noch die Deadline für Aktivitäten in der Pomologie.

Der Platz wurde so gewählt, dass möglichst wenig Anwohner gestört werden. An der unteren Alteburgstraße ist gegenüber schließlich nur das Kepler-Gymnasium.

Diese vorausschauende Planung lobte die Baubürgermeisterin genauso wie das Engagement „der vielen Väter und Mütter“ des Vorhabens. Der Jugendgemeinderat hat sich schon vor eineinhalb Jahren damit beschäftigt. Bis heute gibt es die daraus resultierende Arbeitsgruppe, die sich „mit möglichen Lösungsansätzen beschäftigte“, so der JGR.

 Stadträte wie Edeltraut Stiedl waren mit im Boot, auch gab es laufend Abstimmungen mit Paten des Projekts aus dem Gemeinderat – und schlussendlich „die Verknüpfung unseres Projektes mit weiteren geplanten baulichen Veränderungen in der Pomologie“, so Straub.

Mehr noch: Die jungen Leute legten selbst Hand an. Der Spezialist für Spielgeräte, Janko Helmschmidt aus Rommelsbach übernahm die Planung für die beiden ausrangierten Bushaltestellen. Gemeinsam mit den Jugendlichen wurden diese Überdachungen mit Robinienhölzern aufgepeppt, der Bodenbelag ist aus demselben Holz.

Für ihren Einsatz zur Umsetzung des Platzes dankte der JGR auch seinen Mitgliedern Aylin Kaygin, Viktoria Heinzmann und Felix Köcher. Dr. Katrin Korth, Ulrich Schubert, Helmut Reicherter und Philipp Hauer waren als Beauftragte der Stadtverwaltung dabei.

Und neben Edeltraud Stiedl (SPD) beteiligten sich auch die Stadträte Jessica Tatti (Linke) und Hagen Kluck (FDP). Garten Moser besorgte die landschaftsgärtnerischen Arbeiten.