1784 junge Frauen und Männer haben vergangenes Jahr in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb eine Ausbildung im Handwerk begonnen. Während im Landesdurchschnitt 2,5 Prozent weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr geschlossen wurden, kann die Handwerkskammer Reutlingen eine Zunahme melden, und zwar um 0,4 Prozent.

Insgesamt 4539 Fachkräfte ausgebildet

Insgesamt werden 4539 künftige Fachkräfte ausgebildet. „Das ist für ein Krisenjahr, welches 2020 definitiv war, ein zufriedenstellendes Ergebnis“, so Handwerkskammerpräsident Harald Herrmann. „Die geringfügige Steigerung ist jedoch allein auf die außergewöhnlich positive Entwicklung im Landkreis Reutlingen zurückzuführen. Es ist der einzige Kreis mit den meisten Ausbildungsbetrieben und verzeichnet ein Plus von 12,5 Prozent. Alle anderen Landkreise liegen unter dem Vorjahresniveau.“

Hohe Ausbildungsbereitschaft

Im Kreis Tübingen beträgt das Minus 3,9 Prozent, im Kreis Freudenstadt sind es 4,2 Prozent, im Kreis Sigmaringen 4,6 Prozent und im Kreis Zollernalb 7,5 Prozent. Für den Landkreis Reutlingen verzeichnet die Kammer mit 1505 Auszubildenden die meisten, im Kreis Zollernalb sind es 940 und in Tübingen 921 Verträge. Die Betriebe im Kreis Sigmaringen bilden 630 Auszubildende aus, Betriebe im Kreis Freudenstadt 543 Auszubildende.
Bei der Frage, welche Schulabgänger sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, weist das Jahr 2020 deutliche Unterschiede zu den Vorjahren auf. Während der Anteil der Männer und Frauen mit Abitur und Fachhochschulreife nochmals auf nunmehr 15,6 Prozent der Neuverträge zugelegt hat (plus 0,9 Prozentpunkte), fanden zuletzt deutlich weniger Jugendliche mit Mittlerem Bildungsabschluss den Weg ins Handwerk. Ihr Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Viertel gesunken. Dementsprechend stieg der Anteil der jungen Menschen, die mit einem Hauptschulabschluss in die Ausbildung gestartet sind, auf 44 Prozent.

23 Prozent wollen erst mal abwarten

Laut einer Umfrage, die die Handwerkskammer im Herbst 2020 durchgeführt hat, ist die Ausbildungsbereitschaft trotz des zunehmenden Wettbewerbs um Talente und der aktuellen Pandemie-bedingten Einschränkungen unverändert hoch. „Die Bereitschaft auszubilden ist bei 70 Prozent der Betriebe nach wie vor da. Allerdings wollen 23 Prozent erst einmal abwarten, sieben Prozent wollen mittelfristig weniger ausbilden“, erklärt Harald Herrmann. Eine Berufsausbildung in einem Handwerksbetrieb biete trotz Krise unverändert gute Berufschancen, so Herrmann weiter.

Flüchtlinge im Handwerk

Nachdem der Anteil von Flüchtlingen über Jahre stetig zugenommen hat, liegt er für das Jahr 2020 mit 5,6 Prozent der Neuverträge unter dem Vorjahreswert (2019: 7,9 Prozent). Insgesamt werden 312 Männer und Frauen aus den als vorrangig definierten Herkunftsländern im Kammerbezirk ausgebildet. Das entspricht einem Anteil von 6,9 Prozent.