Reutlingen Großes Rad drehen

Die Eichen im Dietweg sind zu dicht gepflanzt. Um besseres Wachstum zu erreichen, will man ausdünnen, der Allee-Charakter bleibt jedoch erhalten.
Die Eichen im Dietweg sind zu dicht gepflanzt. Um besseres Wachstum zu erreichen, will man ausdünnen, der Allee-Charakter bleibt jedoch erhalten. © Foto: Jan Zawadil
JAN ZAWADIL 05.12.2015
Bäume erfüllen mehrere Aufgaben. Dennoch: Am Baumbestand in der Stadt gibt es vieles zu verbessern. Das "Baummanagement Reutlingen 2050" soll deshalb helfen, den Bestand auf Vordermann zu bringen.

Wichtig fürs Klima, als natürlicher Lärmschutz oder als Wohlfühlfaktor - Bäume erfüllen in der Tat zahlreiche Aufgaben. Dennoch ist der Bestand in Reutlingen nicht ganz so gut aufgestellt wie viele Bürger es sich wünschen würden. Denn angesichts des Alters der Bäume gibt es nicht nur in Sachen Verkehrssicherungspflicht jede Menge zu tun, teilweise sind die Bestände auch zu dicht gepflanzt, so dass kein richtiges Wachstum zustande kommt.

Um notwendige Pflegemaßnahmen schon aufgrund finanziell begrenzter Mittel der Stadt Reutlingen besser planen zu können, soll es das "Baummanagement Reutlingen 2050" richten. Dr. Katrin Korth, stellvertretende Leiterin des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt, stellte während der Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses am Dienstagabend deshalb den Plan der Stadtverwaltung in den wesentlichen Auszügen vor, aus dem vitale, verkehrssichere und ökologisch wertvolle Baumbestände resultieren sollen.

Während über die Verkehrssicherungspflicht fraktionsübergreifender Konsens herrschte, gab der SPD-Frakionsvorsitzende Helmut Treutlein jedoch zu bedenken, dass sich die Standards diesbezüglich immer weiter erhöhen und Parallelen zu den Maßnahmen des Brandschutzes aufweisen würden. Wobei sich Sicherheit nicht erkaufen lasse und es normal sei, "dass mal ein Ast vom Baum fällt". Angesichts der vorhandenen Mittel müsse dennoch das größte Maß an Sicherheit erreicht werden. Nur dürfe nichts Unnötiges oder Überflüssiges getan werden.

Dass die Kosten in den vergangenen Jahren signifikant gestiegen sind, bestätigte Katrin Korth und ergänzte, dass das am teils überalterten Baumbestand liege. Der Kritik von Rainer Löffler (CDU), dass bei der Begutachtung der Bäume auf externe Fachleute gesetzt werde, begegnete sie damit, dass der Blick von außen schon aufgrund drohender "Betriebsblindheit" ebenfalls wichtig sei. Außerdem würden die wertvollen Baumbestände ohnehin komplett und ausschließlich durch die Technischen Betriebsdienste Reutlingen (TBR) kontrolliert.

"Es ist ein großes Rad, an dem wir drehen", betonte Katrin Korth in ihren Ausführungen. Denn so banal das Thema auf den ersten Blick aussehen würde, sei es eben nicht. Gehe es doch um dauerhaft gute, zukunftsfähige Baumbestände.

Weil Hitze, Hagel - insbesondere der Hagelsturm vom 28. Juni 2013 - oder Erkrankungen manchen Bäumen zugesetzt haben oder Bäume teils zu dicht gesetzt sind, stehen nun aber zahlreiche Arbeiten an. So beispielsweise in der Rommelsbacher Straße, wo die Lärmschutzwälle aus Sträuchern und Bäumen ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Zudem sind die Eichen im Dietweg zu dicht gepflanzt, so dass sich die Bäume gegenseitig unterdrücken. Trotz der Ausdünnung soll der Allee-Charakter laut Katrin Korth jedoch erhalten bleiben. Darüber hinaus müssten Bäume am Gartentor ersetzt und auch ein modernes, standortgemäßes Baumquartier geschaffen werden.