Thomas Keck wirkte, als könne er es gar nicht glauben. Der Wahlkampf wie auch die Auszählung waren ihm an die Nieren gegangen „Ich werde mich bemühen, Reutlingen in den nächsten acht Jahren weiter voranbringen“ sagte der soeben gewählte OB.

Er werde „erhobenen Hauptes“ das Rathaus verlassen“, sagte Dr. Christian Schneider. Der Wahlkampf habe viel Kraft gekostet, aber er habe die Stadt in den vergangenen Monaten schätzen gelernt und sehr viele positive Erfahrungen gemacht. Schneider glaubt nicht, dass er eine andere Strategie hätte wählen müssen. „Wenn 72 Stimmen entscheidend sind, kann man nicht viel falsch gemacht haben“, betonte der 54-jährige Jurist, der heute an seinen Stuttgarter Schreibtisch als Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion zurückkehrt.

Dr. Carl-Gustav Kalbfell gab sich gefasst, nachdem sich schon nach den ersten Ergebnissen gezeigt hatte, dass er in den Zweikampf nicht würde eingreiffen können. Er glaube nicht, dass sein Rückzug etwas geändert hätte: „Die Wähler waren auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen eingestellt, und das hätte es auch gegeben, wenn ich rausgegangen wäre“, sagte der FDP- Kandidat.

Ramazan Selcuk, SPD-Stadtrat und MdL, zeigte sich überglücklich über Kecks Erfolg. „Es war ein toller Wahlkampf mit einem sehr motivierten Team innerhalb und außerhalb der Partei, das ihn mit Herzblut unterstützt hat“. FWV-Stadträtin Friedel Kehrer-Schreiber nahm das Ergebnis pragmatisch: „Wir sind schmerzfrei. Wir nehmen es, wie’s kommt“. Ihr Fraktionsvorsitzender zeigte sich ebenfalls mit dem Resultat zufrieden: Thomas Keck habe als Stadtrat und Bezirksbürgermeister gute Arbeit gemacht, sagte Jürgen Fuchs.

Die IHK freue sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Stadtspitze“, sagte Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Aus Sicht der Kammer muss der neue OB vor allem in den Bereichen Verkehr, Mobilfunk, Ansiedlungen, Stadtentwicklung und Wohnen zusätzliche Impulse setzen. Die wirtschaftsfördernde Arbeit sollte weiter ausgebaut werden, etwa im Bereich der Flächenentwicklung und der Innenstadt: „Die Vermarktung des Willi-Betz-Areals muss vorangehen. Mit Blick auf Handel und Innenstadt gilt es, die Gefahr möglicher Fahrverbote zu überwinden und mit neuen Ideen für einen starken Einkaufsstandort Reutlingen zu werben“, betonte Epp.